27. Dezember 2018 16:26

Chronik

61-jähriger Tourengeher am Ötscher tödlich verunglückt

In der Nähe des Herrenstands auf der Südseite des Ötschers (Bezirk Lilienfeld) ist am Stefanitag ein Tourengeher rund 400 Meter in die Tiefe gestürzt. Der 61-jährige Einheimische konnte am Donnerstag durch den Polizeihubschrauber "Libelle" nur noch tot geborgen werden, teilte die Exekutive am Donnerstag mit. Die Rettungsaktion war am Mittwoch wegen zu starken Windes abgebrochen worden.

Eine Fortsetzung der Suche sei "nicht vertretbar" gewesen, sagte Michael Hochgerner von der Alpinpolizei Niederösterreich der APA. Auch am Donnerstag war ein Hubschrauber-Einsatz wegen Hochnebels zuerst fraglich gewesen. "Die Bergrettung und die Alpinpolizei sind gegen 7.00 Uhr in der Früh bodengebunden ausgerückt", schilderte Karl Weber von der Bergrettung Niederösterreich/Wien. Am späten Vormittag sei das zuvor von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik angekündigte Nebelfenster aufgegangen. "Diese Zeit wurde für die Hubschrauber-Bergung genützt", sagte Weber. Gegen Mittag erreichte der Helikopter die Unfallstelle, für den 61-Jährigen kam aber jede Hilfe zu spät.

Der Mann aus dem Bezirk Scheibbs war am Mittwoch mit acht weiteren Tourengehern unterwegs gewesen. Der 61-Jährige wurde von Weber als "erfahrener Alpinist" bezeichnet - die Gruppe besteigt den Ötscher jedes Jahr am Stefanitag.

Nach Polizeiangaben stiegen die neun Personen auf der Nordseite des Ötscher über die Bärenlacke zum Einstieg des Rauhen Kammes auf Tourenski auf, danach legten alle Steigeisen an. Beim Herrenstand, auf etwa 1.750 Höhenmeter, wurden schließlich mehrere Passagen einzeln überklettert.

Der 61-Jährige war der Letzte der Gruppe und soll auf einem etwa zwei Quadratmeter großen, fast ebenen Platz gesehen worden sein. Der Vorletzte der Tourengeher hörte im Anschluss einen Schrei, teilte die Polizei mit. Der Mann drehte sich um und sah den 61-Jährigen eine steile Rinne hinunter rutschen. Nachdem die Tourengeher den Einheimischen aus den Augen verloren hatte, setzten sie einen Notruf ab.

© APA
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