10. März 2020 22:02

Politik

Afghanistans Regierung lässt laut Dekret 1.500 Taliban frei

Die afghanische Regierung will einem Dekret zufolge 1.500 Taliban-Kämpfer freilassen und damit den Weg für direkte Friedensgespräche mit den Aufständischen ebnen. Laut der zweiseitigen Verordnung, die die Nachrichtenagentur Reuters einsehen konnte, müssen die inhaftierten Taliban-Kämpfer schriftlich versichern, "nicht mehr auf das Schlachtfeld zurückzukehren".

Mit der Freilassung der Kämpfer solle in den kommenden vier Tagen begonnen werden. Präsident Ashraf Ghani hatte zuvor den entsprechenden Erlass unterzeichnet. Die Taliban haben als Vorbedingung für Gespräche mit der Regierung gefordert, 5.000 Gefangene auf freien Fuß zu setzen.

Die USA und die Taliban hatten Ende Februar ein Abkommen geschlossen, das einen Abzug aller ausländischen Truppen aus dem Land binnen 14 Monaten vorsieht. Dazu müssen aber bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Die Vereinbarung hat Hoffnungen auf ein Ende des seit 18 Jahren andauernden Krieges in Afghanistan geschürt, in dem Zehntausende Menschen getötet wurden. In dem Abkommen war auch festgehalten worden, 5.000 Häftlinge freizulassen. Ghani hatte dies aber zurückgewiesen.

Ghani war Montag in Kabul für eine zweite Amtszeit vereidigt worden. Sein Rivale Abdullah Abdullah hielt allerdings parallel eine eigene Zeremonie zur Amtseinführung ab. Auch er war bei der Präsidentenwahl im September angetreten und reklamiert den Sieg ebenso wie Ghani für sich.

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