19. Dezember 2018 14:22

Politik

AK fordert umfassendes Konzept zum Thema Pflege

Zu vage sind aus Sicht der Arbeiterkammer die Absichtserklärungen der Regierung in ihrem Masterplan Pflege. Ein umfassendes Konzept zur Stärkung der tragenden Säulen der Langzeitpflege - Angehörige und Pflegeberufe - wäre dringend nötig. Die von der Regierung angekündigte Imagekampagne für Pflegeberufe werde wenig bringen, kritisierte AK-Präsidentin Renate Anderl Mittwoch.

"Wenn irgendetwas hier eine Imagepolitur braucht, dann sind es die Arbeitsbedingungen und die Entlohnung", stellte sie angesichts des Personalnotstandes im Pflegebereich fest - und erneuerte die Forderungen der Arbeiterkammer: Die Regierung müsse eine fachlich grundierte Grundlage für die Berechnung des Personalbedarfs auf die Beine stellen.

Außerdem verlangt die AK Sofortmaßnahmen wie Verbot von Nachtdiensten alleine und zusätzliche (finanzierte) Kräfte für die Nachtschicht, bessere Dienstpläne mit längeren Freizeitblöcken, Angleichung der Löhne in der Langzeitpflege an jene in den Krankenhäusern und mehr Kompetenzen für Pflegefachkräfte - die derzeit nicht einmal Baldriantropfen verabreichen dürfen.

Und wenn die Regierung schon "Pflege daheim statt Heim" zu ihrem Motto mache, dann müsse sie auch den - mehr als 300.000 berufstätigen und insgesamt fast 950.000 - Menschen helfen, die ihre (meist) Angehörigen daheim pflegen, stellte Anderl fest. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf müsse gefördert werden mit einem Rechtsanspruch auf Vier-Tage-Woche oder noch besser einer Arbeitszeitverkürzung. Und das Pflegegeld dürfe nicht - wie von der Regierung geplant - erst ab Stufe 4 erhöht werden, denn der Großteil der daheim informell Betreuten habe Stufe 1 bis 3.

An weiteren Maßnahmen zur Unterstützung der "Pflege daheim" fordert die Arbeiterkammer den sofortigen Ausbau stationärer, teilstationärer sowie mobiler und alternativer Pflege- und Betreuungsangebote, eine Pflegekarenz, einen kurzfristigen Freistellungsanspruch von zehn Tagen pro Jahr für nahe, aber nicht im gemeinsamen Haushalt lebende Angehörige sowie österreichweite Anlaufstellen auf Gemeindeebene zur Informationen und Unterstützung.

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