23. Januar 2020 11:34

Kultur

Akademie der bildenden Künste braucht mehr Platz

In das generalsanierte Haupthaus am Schillerplatz wird die Akademie der bildenden Künste Wien im Sommer 2021 rückübersiedeln, doch bereits jetzt weiß das seit Oktober amtierende Team um den neuen Rektor Johan Frederik Hartle, dass der Raumbedarf dort nicht gedeckt werden kann. Das ist die Kernaussage der Antrittspressekonferenz am Dienstag, die in der ehemaligen WU in der Augasse abgehalten wurde.

Die derzeitige Zwischennutzung habe die Akademie mit Räumen von insgesamt 42.000 Quadratmetern Fläche ausgestattet und damit um 8.000 Quadratmeter mehr als zum Zeitpunkt des vorübergehenden Auszugs im Sommer 2017, sagte Celestine Kubelka, die Vizerektorin für Finanzen, Personal sowie besondere Projekte. Kehrt man an den Schillerplatz zurück, dann ergibt sich infolge gestiegener Studierendenzahlen (rund 1.500, Anm.), aber auch durch die neue Bauvorschriften berücksichtigenden Umbauten ein Raummangel zwischen 2.000 und 3.000 Quadratmetern. "Es bedarf einer neuen Raumeroberung", sagte Kubelka und stellte als mögliche Alternativen eine zu adaptierende innenstädtische Lokalität oder einen Neubau in den Raum. "Wir prüfen alles."

Dieser Bedarf sei auch dem Ministerium bekannt, sagte Hartle. "Wir sind auf allen Ebenen damit präsent." Die Verzögerung bei der Rückübersiedlung gebe aber nun mehr Möglichkeiten zur Prüfung der Optionen. Klar sei etwa, dass das Institut für Konservierung und Restaurierung zunächst weiter in der Augasse verbleiben werde. "Das ist aber keine langfristige Perspektive", so der Rektor, der "ein erstes Portfolio von Themen" vorstellte, mit denen man sich befassen wolle. "Wir haben nicht den Anspruch, mit großen Visionen an das Haus heranzutreten", sondern habe in den ersten Wochen viele Gespräche mit den Abteilungen des Hauses geführt. "Wir bemühen uns um einen partizipatorischen Führungsstil, der Aspekte von Hochschule-Selbstverwaltung ernst nimmt." "Nicht nur reagieren, sondern auch mitgestalten" und "öffentliche Platzierung von Themen" zählt ebenso zu den schlagwortartigen Vorhaben wie "neue Öffentlichkeiten generieren", "bei der Digitalisierung nachholen", "Kämpfen für gute Bedingungen der Absolventen" sowie "nicht nur den dominanten nordatlantischen Raum für Kooperationen nutzen".

Die Akademie müsse sichtbarer werden, sagte Ingeborg Erhart, Vizerektorin für Kunst und Lehre: "Es ist uns der Diskurs sehr wichtig." Ein neuer Ort dieses Diskurses soll etwa ein rund 40 Quadratmeter großer Raum neben dem bestehenden Ausstellungsraum in der Eschenbachgasse sein, der innen und außen als "Schaufenster der Akademie hin zur Öffentlichkeit" gestaltet wird und ab Herbst als "Missing Link" ein öffentlich zugängliches Programm anbieten soll - etwa eine Vortragsreihe über Malerei.

Als Nachfolgerin von Monika Bonvicini, seit 2003 Professorin für Performative Kunst und Bildhauerei, ging die ägyptisch-amerikanische Künstlerin Iman Issa aus Hearings mit acht Kandidatinnen und Kandidaten siegreich hervor. Weitere Neubesetzungen stehen an. Heute Nachmittag wird das neue Rektoratsteam inauguriert, danach startet der bis Sonntag laufende "Rundgang 2020" mit Offenen Ateliers, Ausstellungen, Performances und Diskussionen, Konzerten, Vermittlungsprogrammen und Studieninformationen. Eine Präsentation von Arbeiten der Cathrin-Pichler-Preisträgerin 2019 Nicole Suzuki ist bis 30. Jänner in der Augasse zu sehen.

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