21. Oktober 2019 05:46

Sport

Austria nach gefühlter Niederlage wieder auf Boden

Mit Vorsätzen aus der Länderspielpause gekommen, ist die Austria nach einer gefühlten Niederlage beim Tabellenletzten wieder auf den Boden der Realität zurückgekehrt. Den zweiten Erfolg in Serie in der Fußball-Bundesliga hätte das Auswärtsspiel in St. Pölten bringen sollen - trotz günstigem Spielverlauf traten die Wiener nach einem 2:2 die Heimreise am Sonntag aber nur mit einem mageren Zähler an.

Torschütze Christoph Monschein war kurz nach Abpfiff deprimiert. "Ich fühle mich einfach nur scheiße", sagte der Stürmer, dessen neuntes Saisontor (5.) den erhofften Dreier am Ende nicht brachte. "Normal müssen wir das runterspielen", sagte Monschein auf Sky auch mit Blick auf die 2:1-Zwischenführung. Dass der Ausgleich durch Rene Gartler (87.) aus einem für die Violetten nicht zu gebenden Elfmeter fiel, ärgerte das Austria-Lager zusätzlich.

Christian Ilzer erkannte eine nicht durchgängige Linie von Referee Robert Schörgenhofer. "Möglicherweise wollte er einen Fehler vom Beginn kompensieren", meinte der Austria-Trainer. So war Monscheins 1:0 eine Abseitsstellung von Alon Turgeman vorausgegangen. Ilzer suchte die Schuld dennoch nicht bei Schörgenhofer. Verantwortlich sei schon seine Mannschaft, die nach anständigen ersten 20 Minuten "in Passivität verfallen" sei. Monschein wirkte ob der Frage, warum denn die Austria nicht vom Fleck kommt, ratlos: "Wenn wir wüssten, was es ist, würden wir es ändern."

So wird das Heimspiel gegen die WSG Tirol am Samstag für die Wiener wieder einmal zu einem Pflichtsieg, will man das erklärte Ziel - den Sprung in die Meistergruppe - realisieren. Hartberg liegt nach dem 1:0 bei der WSG nun drei Zähler vor der Austria auf Rang sechs. Inwiefern Ilzer es wieder mit Veränderungen probieren wird, bleibt abzuwarten. In St. Pölten feierte Michael Madl nach einer Verletzungspause ein Comeback, Alexander Grünwald rückte wieder ins Mittelfeld vor. Dieses bleibt größte Baustelle von Ilzer. Einzig James Jeggo zeigte als Abräumer eine starke Vorstellung. Dominik Fitz blieb wie Grünwald blass.

Bei St. Pölten freute sich Alexander Schmidt indes über die gezeigte Moral. Der SKN-Coach wusste, welcher Mann die entscheidenden Akzente im Offensivspiel zu setzen vermochte. Pak Kwang-ryong schoss nach einer Stunde nicht nur den Ausgleich der Niederösterreicher, sondern arbeitete unermüdlich. Der 27-Jährige hatte Anfang April seinen bisher letzten Liga-Einsatz für St. Pölten bestritten, war danach monatelang verletzt ausgefallen. Erst Dienstag feierte er im Trikot von Nordkorea ein Comeback im WM-Qualifikationsspiel gegen Südkorea. Danach war unsicher, wann er wieder in Österreich eintreffen wird.

"Als ich hörte, dass er 90 Minuten gespielt hat, war für mich klar, dass er rasch zurückkommen muss", berichtete Schmidt, der Paks Rückkehr aufs Spielfeld als "sensationell" bezeichnete. Hatte sein Team bis vor dem Spiel erst sechs Saisontore erzielt, war Pak dafür hauptverantwortlich, dass sich diese Ausbeute drastisch erhöhte. "Er tut uns einfach gut", wusste Schmidt über "Paki". Der nach einer Verletzungspause ebenfalls wieder eingelaufene Verteidiger Daniel Drescher erklärte: "Man sieht, was er vorne für eine Wucht rein bringt."

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