6. Januar 2020 16:46

Chronik

Auto raste in Südtirol in Gruppe - Weiteres Opfer gestorben

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Luttach in Südtirol ist am Montagnachmittag eine weitere in das Unglück involvierte Frau gestorben. Sie hatte sich nach dem Unfall in lebensgefährlichem Zustand befunden und erlag in der Innsbrucker Klinik ihren Verletzungen, so der Südtiroler Sanitätsbetrieb. Damit kamen bei dem Unfall sieben Personen ums Leben, eine weitere ist in sehr kritischem Zustand.

Aus Datenschutzgründen gab der Südtiroler Sanitätsbetrieb keine weiteren Details bekannt. Bei den direkt beim Unfall getöteten Personen handelt es sich um drei Männer und drei Frauen aus Nordrhein-Westfalen. Drei Personen befinden sich noch auf der Intensivstation in Innsbruck, Bozen und Bruneck, der Zustand des Patienten in Bozen wurde als "sehr kritisch" beschrieben. Jene elf Personen, die bei dem Unfall mittelschwere und leichte Verletzungen davontrugen, sind auf dem Weg der Besserung. Manche konnten bereits entlassen werden.

Sonntag früh war ein 27-Jähriger, der aus der Region stammt, gegen 1.15 Uhr mit seinem Wagen in eine Gruppe deutscher Urlauber gerast. Nach einem Discobesuch war die Gruppe mit Mitgliedern im Alter zwischen 20 und 25 Jahren mit einem Bus wieder zur Unterkunft gefahren. Die jungen Leute waren gerade ausgestiegen und hätten gerade noch 100 Meter zu ihrer Unterkunft zurückzulegen gehabt. Der 27-Jährige war laut Staatsanwaltschaft mit 1,97 Promille alkoholisiert, er sitzt im Gefängnis in Bozen. Dem 27-Jährigen werden mehrfache Tötung im Straßenverkehr sowie schwere Körperverletzung zur Last gelegt, bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 18 Jahre Haft.

Der 27-jährige Unfalllenker wurde am Montag ins Gefängnis nach Bozen überstellt. Zuvor war er wegen Suizidgefahr unter polizeilicher Bewachung in der Psychiatrie angehalten worden. Nach Angaben seines Pflichtverteidigers Alessandro Tonon zeigt der 27-Jährige Reue. Er habe ihm ungefähr gesagt: "Es wäre besser gewesen, ich wäre gestorben anstelle der anderen Menschen." Ihm sei bewusst gewesen, dass er vor der Fahrt getrunken habe, er habe sich aber nicht für so stark alkoholisiert gehalten, wie nach dem Unfall erhoben wurde. Laut Staatsanwaltschaft wies der Südtiroler einen Blutalkoholgehalt von 1,97 Promille auf. Der Anwalt rechnete mit einer Vernehmung durch einen Untersuchungsrichter Mitte der Woche.

Derzeit deutet nach Angaben der Staatsanwaltschaft alles darauf hin, dass der Beschuldigte zu schnell unterwegs war. Dies soll über ein Expertengutachten geklärt werden. Dem 27-Jährigen werden mehrfache Tötung im Straßenverkehr sowie schwere Körperverletzung zur Last gelegt. In Italien gilt Alkohol als erschwerender Umstand und führt zu einer Erhöhung der Strafe - dem 27-Jährigen drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Der schwere Verkehrsunfall hat in und weit über Südtirol hinaus tiefe Bestürzung ausgelöst. Unter anderem zeigten sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der italienische Miinisterpräsident Giusepe Conte (parteilos) in Stellungnahmen tief betroffen und sprachen den Familien und Freunden der Opfer ihr Mitgefühl aus.

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