31. Oktober 2019 19:10

Chronik

Brände bedrohen riesiges Sumpfgebiet in Brasilien

Im brasilianischen Pantanal, dem größten Sumpfgebiet der Welt, lodern die schlimmsten Brände seit Jahren. Die Lage in dem artenreichen Feuchtgebiet sei "kritisch", warnte die Regierung des Bundesstaats Mato Grosso do Sul am Donnerstag. Die Brände seien "beeindruckend", erklärte Paulo Barbosa de Souza vom brasilianischen Zentrum für Risikomanagement nach einem Überflug.

Fast 50.000 Hektar seien betroffen. Nach Angaben des brasilianischen Instituts für Weltraumforschung (Inpe) wurden auf Satellitenbildern vom Pantanal seit Jahresbeginn schon 8.479 Brände registriert - das war die höchste Zahl seit zwölf Jahren. Allein im Oktober gab es demnach 2427 Brände - mehr als 20 Mal so viel wie im Vorjahresmonat, als nur 120 Feuer gezählt wurden. Schlimmer war die Lage nur im Oktober 2002, als 2.761 Feuer registriert wurden.

Das Pantanal erstreckt sich auch auf den Bundesstaat Mato Grosso und die Nachbarländer Bolivien und Paraguay. In dem artenreichen Ökosystem gibt es 500 Vogel- und 260 Fischarten sowie viele Säugetiere und Wasserpflanzen.

Angeheizt werden die Flammen durch Wind und trockene Vegetation, wie ein Sprecher des Bundesstaats sagte. Betroffen sind demnach auch die drei Ortschaften Corumba, Miranda und Aquidauana, über die Touristen ins Pantanal kommen. Am Mittwoch musste bereits eine Straße gesperrt werden.

Bisher kämpfen den Angaben zufolge nur etwa zwei Dutzend Feuerwehrleute und Mitarbeiter der brasilianischen Umweltbehörde Ibama gegen die Flammen. Mato Grosso do Sul forderte deshalb die Hilfe der Regierung in Brasilia an.

Im August und September hatten bereits im brasilianischen Amazonas-Gebiet verheerende Waldbrände gewütet. Präsident Jair Bolsonaro wurde vorgeworfen, nicht genug gegen die Feuer zu unternehmen. Der ultrarechte Staatschef ist eng mit der brasilianischen Agrarlobby verbündet und zweifelt den menschengemachten Klimawandel an.

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