10. Januar 2020 14:09

Chronik

Busfahrer in Belgien fuhr nach Messerattacke noch weiter

Nachdem ein Unbekannter ihn mit zehn Messerstichen schwer verletzt hat, hat ein Linienbusfahrer in Belgien seine Fahrt noch eine Stunde lang fortgesetzt. Wie die Staatsanwaltschaft in Antwerpen am Freitag mitteilte, hatte der 58-Jährige am Donnerstag in Kontich bei offener Bustür eine Zigarettenpause hinter dem Steuer gemacht, als ein unbekannter Mann hereinstürmte und ihn angriff.

Die Attacke erfolgte "wahrscheinlich mit einem Messer", so die Staatsanwaltschaft. Der Busfahrer wurde den Angaben zufolge zehn Mal getroffen, vor allem im Halsbereich und am Oberkörper. Nachdem der Angreifer geflohen sei, habe der Busfahrer die Türen geschlossen und sei - "wahrscheinlich im Schockzustand" - weiter gefahren bis zu der rund 15 Kilometer entfernten Endhaltestelle in Lierre, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Seiner Stichverletzungen wurde sich der Mann demnach aber erst bewusst, nachdem er den Bus ins Depot in Willebroek zurückgebracht hatte. Seine Kollegen hätten dann einen Krankenwagen gerufen. Belgischen Medien zufolge verging zwischen der Attacke auf den Buslenker und seiner Rückkehr ins Depot eine Stunde.

Die Antwerpener Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen versuchten Mordes ein. Der Busfahrer trug demnach potenziell tödliche Verletzungen davon: am Oberkörper, in der Halsgegend, am rechten Oberschenkel und an den Armen.

© APA
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