9. März 2020 10:48

Kultur

Chilene Alfredo Jaar gewinnt Hasselblad-Preis für Fotografie

Der chilenische Künstler Alfredo Jaar erhält in diesem Jahr den renommierten Fotografie-Preis der schwedischen Hasselblad-Stiftung. Jaar bekomme den Preis für seine Erkundungen komplexer sozialpolitischer Angelegenheiten, teilte die Stiftung am Montag mit. Der Hasselblad-Preis ist mit einer Million schwedischen Kronen (rund 94.000 Euro) dotiert und wird am 19. Oktober in Göteborg verliehen.

Mit seinen ruhigen und meditativen Arbeiten richte er den Blick auf humanitäre Katastrophen und militärische Konflikte sowie politische Korruption und wirtschaftliche Ungleichheit in aller Welt, hieß es in der Begründung. Kern seines Schaffens sei das Infragestellen des täglichen Konsums von Bildern und das, was Jaar selbst als "Politik der Bilder" bezeichne. Jaar wurde 1956 in Santiago de Chile geboren, wo er Architektur und Film studierte. Während der Pinochet-Diktatur wanderte er Anfang der 80er Jahre aus seinem Heimatland aus. Im Laufe seiner Schaffenszeit entstand in den 90er-Jahren unter anderem ein umfassendes Projekt über den Völkermord in Ruanda. Momentan lebt Jaar in New York City.

Benannt ist der Preis nach Victor Hasselblad, dem Erfinder der Hasselblad-Kameras, die von vielen berühmten Fotografen sowie Nasa-Weltraumprogrammen verwendet werden. Die Auszeichnung gilt als eine der wichtigsten in der Welt der Fotografie. Zu den früheren Preisträgern zählen unter anderen Ansel Adams, Irving Penn, Henri Cartier-Bresson, Sebastiao Salgado und Wolfgang Tillmans.

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