15. März 2020 14:35

Chronik

China meldet nur 20 neue Coronavirus-Fälle

In China ist die Zahl der Infektionen durch das neuartige Coronavirus laut offiziellen Angaben erneut nur leicht gestiegen. Wie die Pekinger Gesundheitskommission am Sonntag mitteilte, kamen landesweit 20 Erkrankungen mit der Lungenkrankheit Covid-19 hinzu. 16 der Fälle wurden demnach bei Menschen nachgewiesen, die aus dem Ausland nach China zurückkehrten.

Insgesamt gibt es damit nach Angaben der Behörden inzwischen 111 Fälle, in denen das Virus aus dem Ausland nach China eingeschleppt wurde. Zudem wurden vier neue Ansteckungsfälle aus der Stadt Wuhan gemeldet, von der das Virus im Dezember seinen Ausgang genommen hatte. Zehn weitere Menschen kamen durch das Coronavirus ums Leben, wie die Behörde ferner berichtete.

Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80.844 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert. Mehr als 65.000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. 3.199 Tote sind bisher in der Volksrepublik zu beklagen.

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Infektionen in Südkorea ging erstmals seit mehr als drei Wochen auf unter 100 zurück. Am Samstag seien 76 Neuinfektionen festgestellt worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntag mit. Die Gesamtzahl der Menschen in dem Land, die sich mit Corona angesteckt haben, erreichte 8.162. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus lag bei 75.

Unterdessen erklärte Präsident Moon Jae In die am stärksten betroffenen Regionen im Südosten zu "Sonderkatastrophenzonen". Diese Zonen umfassen nach Angaben des Präsidialamts in Seoul die Millionen-Stadt Daegu, deren Nachbarstadt Gyeongsan sowie die Kreise Cheongdo und Bonghwa. Damit haben die betroffenen Menschen und Gemeinden Anspruch auf staatliche Hilfsgelder.

Mehr als 80 Prozent aller bisher bestätigten Infektionen entfallen auf Daegu und die umliegende Region. Es ist das erste Mal, dass Teile des Landes als Folge einer Epidemie zu Katastrophenzonen erklärt wurden. Auch konzentriert sich die Mehrheit der neu erfassten Fälle wieder auf die Region. Mehr als 60 Prozent aller Infektionen entfallen auf Anhänger der christlichen Sekte Shincheonji-Kirche Jesu, die in Daegu stark vertreten ist und auch Verbindungen nach China hat.

Die aktuellen Fallzahlen bestätigten den Abwärtstrend bei den Neuerkrankungen in den vergangenen Tagen. Sorgen bereiten den Behörden jedoch weiter kleinere lokale Häufungen von Ansteckungen.

Auch dehnte Südkorea seine verstärkten Einreisekontrollen zur Identifizierung erkrankter Reisender auf Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und Spanien aus. Die Einreiseformalitäten erfolgen nach Angaben der deutschen Botschaft seit Sonntag am Flughafen in einer gesonderten Ankunftshalle. Auch müssen die Besucher unter anderem einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, eine Aufenthaltsadresse in Südkorea und Kontaktmöglichkeiten angeben.

In Japan ist die Zahl der Infizierten unterdessen auf 1.484 gestiegen. Allein 697 davon stammen von dem Kreuzfahrtschiff Diamond Princess, wie der Sender NHK berichtete. Bisher sind in Japan 29 Menschen an dem Virus gestorben.

Im Iran hat Präsident Hassan Ruhani Spekulationen über eine Ausgangssperre im Land wegen der Corona-Krise zurückgewiesen. "Es wird im Iran keine Quarantäne geben, weder heute noch während der Neujahrsferien (20. März bis 2. April)", sagte er am Sonntag im iranischen Staatsfernsehen.

Falls eine Quarantäne notwendig werden sollte, werde dies vom Krisenstab in Teheran und nicht außerhalb der Regierung entschieden, so der Präsident. Damit wies er erneut Kritik an seiner Krisenpolitik und Forderungen nach einer Ausgangssperre zurück. Experten und auch einige Abgeordneten sind der Meinung, dass es ohne Ausgangssperre zu einer Katastrophe im Iran kommen könnte. Diese Sorgen werden durch Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Samstag gestützt: Die Zahl der Corona-Toten war demnach auf 612, die der Infizierten auf 12.729 gestiegen.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ