6. Januar 2020 14:30

Politik

Cyberangriff auf Außenministerium noch nicht vorbei

Der Cyberangriff auf die IT-Systeme des Außenministeriums war auch am Dreikönigstag noch nicht vorbei. Die Attacken laufen weiter, ebenso die technischen Gegenmaßnahmen, in die auch Spezialisten des Innenministeriums eingebunden sind, sagte Außenamtssprecher Peter Guschelbauer am Montagvormittag auf Anfrage der APA. Die Dauer sei weiterhin nicht abschätzbar.

Aufgrund der Schwere und der Art des Angriffs liege die Vermutung nahe, dass ein "staatlicher Akteur" dahinter stecke. Die in Medien geäußerte Vermutung, dass es sich dabei um Russland handeln könnte, ist nicht bestätigt.

Technische Details des Angriffs und der dadurch entstandenen Probleme werden vom Außenministerium aus taktischen Gründen weiterhin nicht mitgeteilt. Deshalb könne man auch noch nicht sagen, ob Daten gestohlen oder verändert wurden. Die Internetseite des Ministeriums ist nicht betroffen, sondern nur die internen Computersysteme.

Das Außenministerium hatte in der Nacht auf Sonntag den "schwerwiegenden Angriff" auf seine IT-Systeme bekannt gegeben und mitgeteilt, dass das Problem sehr rasch erkannt und umgehend technische Gegenmaßnahmen eingeleitet worden seien. Auf Grundlage des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes ist ein Koordinationsausschuss eingerichtet worden, alle diesbezüglich relevanten Stellen des Bundes seien bereits aktiv, hieß es.

Die SPÖ sieht Österreich zu wenig auf die Abwehr von Cyber-Attacken vorbereitet. Dass die Grünen die Schwerpunkte für das Bundesheer nicht in der Landesverteidigung sehen und die Luftraumsicherung als sekundär betrachten, "lässt für die Zukunft des Bundesheeres Schlimmes befürchten", sagte Verteidigungssprecher Robert Laimer.

Nach Ansicht Laimers braucht das Bundesheer dringend die notwendige Basisfinanzierung, um den Schutz kritischer Infrastruktur und Cyber-Angriffe zu bewältigen. "Was das Bundesheer sicher nicht braucht, ist ein Kleinreden oder gar Lächerlichmachen der verfassungsmäßigen Landesverteidigung als Garant der österreichischen Neutralität."

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