16. November 2019 18:11

Sport

Debütant Tsitsipas steht im Endspiel der ATP Finals

Nicht Superstar Roger Federer, sondern der junge griechische Debütant Stefanos Tsitsipas ist der erste Finalist bei den ATP Finals der besten acht Spieler 2019 in London. Der 21-Jährige besiegte am Samstag den 103-fachen Turniersieger aus der Schweiz sicher mit 6:3,6:4. Tsitsipas trifft am Sonntag (19.00 Uhr MEZ/live ServusTV, Sky) entweder auf Dominic Thiem (AUT-5) oder Alexander Zverev (GER-7).

In Griechenland werden nun wohl einige Sirtaki tanzen. Denn den Youngster trennt nun nur noch ein Sieg vom großen Triumph. Tsitsipas ist der erste Grieche überhaupt, der es zum Saisonabschlussturnier der ATP geschafft hat. Ihm gelang im vierten Duell mit Federer der zweite Sieg. Tsitsipas wird unabhängig vom Turnier-Ausgang Nummer 6 im ATP-Ranking bleiben, aber für den Finaleinzug kassiert Tsitsipas schon jetzt gesamt 1,302 Mio. Dollar (1,18 Mio. Euro), für den Titel kämen weitere 1,35 Mio. (1,22 Mio. Euro) dazu.

"Wow! Es war ein mentaler Kampf. Ich bin wirklich stolz, dass ich heute so viele Breakbälle abgewehrt habe", freute sich Tsitsipas. Federer konnte von insgesamt 12 Breakbällen nur einen verwerten, ein Umstand der den Eidgenossen ärgern musste. Besonders mit dem Blick zurück zu den Australian Open im vergangenen Jänner, als er im Achtelfinale verlor, u.a. weil er von 12 Breakbällen keinen (!) verwertete.

Tsitsipas konnte das freilich egal sein. "Gegen Roger zu spielen, ist die größte Ehre, die ich haben kann. Der heutige Sieg war sicher eines meiner besten Matches dieser Saison", meinte er erfeut. Für das Endspiel hat er keine Präferenz, auch wenn er gegen Thiem eine 2:4-, gegen Zverev aber eine 4:1-Bilanz stehen hat. "Ich habe in der Gruppe gegen Sascha (Zverev) gespielt. Natürlich kann jetzt im Finale alles passieren. Sascha hat uns das letztes Jahr bewiesen, als er von Novak (Djokovic) im Gruppenspiel geschlagen wurde und dann hat er ihn im Finale geschlagen.

Roger Federer war natürlich enttäuscht, vor allem, weil er gegen Novak Djokovic eine großartige Leistung gezeigt hatte. "Es ist schade und frustrierend, zumal ich meine Chancen hatte", sagte Federer. Dennoch lobte er auch Tsitsipas: "Er war besser als ich."

Wie jedes Jahr musste Federer dann die Frage nach der möglichen Wachablöse im kommenden Jahr beantworten. "Vielleicht war es das bisher beste Jahr (der Jungen, Anm.). Aber es sieht so aus, als wären ich, Novak und Rafa gesund, gesünder als in vorangegangenen Jahren. Und auch (Andy) Murray ist noch nicht wieder da, wo er sein könnte", erklärte der Schweizer.

Die junge Generation habe aber ein Rufzeichen gesetzt, allein auch durch die Qualifikation für die ATP Finals. "Nun ist mindestens einer von ihnen im Finale und vielleicht wiederholt Sascha (Zverev), was er letztes Jahr gemacht hat. Und was Dominic (Thiem) bei diesen Finals gezeigt hat und auch fünf Titel gewonnen hat...". Für Federer ist Thiem ein heißer Kandidat für 2020. "Es ist der nächste Schritt, den sie machen müssen. Es sieht so aus, als wäre Dominic jetzt auf seinem absoluten Höhepunkt."

Für seine eigene Zukunft mit 38 hofft er, dass er kommendes Jahr auf dem Level dieses Jahres weiterspielen kann. "Dann kann ich mir ein paar Chancen erspielen. Ich habe solides, konstantes Tennis gespielt. Ich muss auf meinen Körper hören, auf Zeichen aufpassen und eine gute Balance finden", sagte Federer. Er sei froh, über seine Saison und: "Ich freue mich extrem auf die nächste."

Seinen Endspiel-Gegner beim mit 9 Mio. Dollar dotierten Event in der O2-Arena erfährt Tsitsipas erst am späteren Abend, denn Thiem - Zverev beginnen erst um 21.00 Uhr MEZ. Der 26-jährige Niederösterreicher kämpft gegen den deutschen Titelverteidiger um sein drittes ganz großes Finale nach den French Open 2018 und 2019.

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