1. Januar 2020 17:53

Politik

Demonstranten in Bagdad rückten von US-Botschaft ab

Die US-Botschaft in Bagdad wird nach Angaben des irakischen Militärs nicht mehr von Demonstranten belagert. "Alle Demonstranten haben sich zurückgezogen", teilte das Militär am Mittwoch mit. Sämtliche Zelte seien abgebaut und auch "andere Demonstrationsformen, die mit diesen Protesten einhergingen, haben aufgehört". Die irakischen Sicherheitskräfte hätten die Botschaft abgesichert.

Wegen der Proteste stellte die US-Botschaft bis auf weiteres alle konsularischen Dienstleistungen ein. Alle bereits vereinbarten Termine seien hinfällig und US-Bürger seien aufgefordert, sich der diplomatischen Vertretung nicht zu nähern, teilte die Botschaft am Mittwoch mit.

Das Generalkonsulat in Erbil - der Hauptstadt der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak - bleibe für das Beantragen von Visums- und Passangelegenheiten geöffnet. Infolge von US-Luftangriffen gegen schiitische Milizen am Wochenende waren am Dienstag Hunderte Demonstranten in die gesicherte "Grüne Zone" in Bagdad eingedrungen, um die US-Botschaft zu stürmen. Mehrere Wachhäuschen wurden in Brand gesetzt, Mauern beschmiert und Brandsätze geworfen. Sicherheitskräfte drängten die Demonstranten jedoch zurück, bevor sie auf das Botschaftsgelände gelangen konnten.

Das US-Militär verlegte zum Schutz der Botschaft umgehend rund 100 Marineinfanteristen aus dem benachbarten Kuwait. Am Mittwoch verlegten die US-Streitkräfte für den Fall einer weiteren Eskalation zudem rund 750 Soldaten aus den USA in die Region. Die von den USA angeführte Militärkoalition im Irak veröffentlichte am Mittwoch Fotos, die Soldaten zeigten, die mit Schnellfeuergewehren auf dem Dach der Botschaft Wache standen.

Auslöser der Proteste waren US-Luftangriffe auf eine vom Iran unterstützte Miliz, bei denen mindestens 25 Menschen getötet wurden. Die USA machten den Iran verantwortlich, drohten mit Vergeltungsmaßnahmen und schickten Hunderte zusätzliche Soldaten in die Region. Teheran warf Washington "Kriegstreiberei" vor.

© APA
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