13. November 2019 11:17

Politik

Demonstranten in Hongkong legten erneut Berufsverkehr lahm

Die Demonstranten in Hongkong setzen ihre massiven Protestaktionen fort und legen inzwischen teilweise den Berufsverkehr lahm. Am dritten Tag in Folge blockierten Demokratie-Aktivisten am Mittwoch zahlreiche Straßen und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Auf etlichen U-Bahn-Linien verkehrten keine Züge, mehrere Schulen und Einkaufszentren blieben geschlossen.

Die Behinderungen sorgten dafür, dass viele Menschen zu spät zur Arbeit kamen. Mehrere Universitäten und Schulen sagten den Unterricht am Mittwoch ab, die Schulen sollen zudem auch am Donnerstag geschlossen bleiben. Die Bildungsbehörde begründete den Schritt mit Sicherheitsbedenken und Problemen im öffentlichen Personennahverkehr.

Aus Angst vor Angriffen flohen indes zahlreiche aus Festland-China stammende Studenten aus der Finanzmetropole. Seit Tagen versperren Demonstranten in der chinesischen Sonderverwaltungszone wichtige Straßen mit Steinen, Fahrrädern und Möbelstücken. Aktivisten attackierten auch Stationen der U-Bahn, die täglich von mehr als der Hälfte der 7,5 Millionen Einwohner Hongkongs genutzt wird.

Zahlreiche U-Bahn-Stationen konnten nach Behördenangaben nicht befahren werden. Auch auf dutzenden Buslinien wurde der Verkehr eingestellt. Zahlreiche Angestellte kamen am Mittwoch wegen der Blockaden nicht oder zu spät zur Arbeit.

Nach den bisher schwersten Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei am Dienstag hatte die Polizei vor einem "totalen Zusammenbruch" des Rechtsstaats in Hongkong gewarnt. Die heftigsten Auseinandersetzungen ereigneten sich an der Chinesischen Universität von Hongkong. Auch in der Nacht auf Mittwoch lieferten sich maskierte Demonstranten und Sicherheitskräfte Auseinandersetzungen.

Die Hongkong University of Science and Technology organisierte unterdessen einen Shuttle-Dienst, mit dem Studenten zu Bahnstationen nahe Festland-China gebracht werden. Die Universität sehe zwar keine "unmittelbar bevorstehende Bedrohung der Campus-Sicherheit", komme mit der Maßnahme jedoch dem "Wunsch einiger Studenten und Mitarbeiter" nach, das Universitätsgelände zu verlassen. Wie viele aus Festland-China stammende Studenten Hongkong seit der jüngsten Eskalation verlassen haben, war zunächst nicht klar.

Die seit Juni andauernden Proteste in Hongkong hatten sich zunächst an einem geplanten Gesetz entzündet, das erstmals auch Auslieferungen nach Festland-China ermöglicht hätte. Inzwischen richten sie sich gegen die pro-chinesische Führung Hongkongs, den wachsenden Einfluss Pekings und die zunehmende Beschneidung demokratischer Freiheiten.

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