26. November 2019 11:25

Politik

Denkmal in Belgrad für Kinder-Retterin aus Österreich

Eine Österreicherin, die im Zweiten Weltkrieg in Kroatien 12.000 Kinder aus den Lagern der faschistischen Ustascha gerettet hatte, bekommt nun ein Denkmal in der serbischen Hauptstadt Belgrad. Wie der stellvertretende Bürgermeister Goran Vesic am Dienstag ankündigte, soll das Denkmal für die gebürtige Tirolerin Diana Budisavljevic, geborene Obexer, am rechten Save-Ufer in Belgrad errichtet werden.

Die 1891 in Tirol geborene Diana Obexer hatte den serbischen Chirurgen Julije Budisavljevic geheiratet und kam 1919 nach Zagreb, wo ihr Mann einen Posten an der neu gegründeten medizinischen Fakultät erhielt. Ihre Rettungsaktion während des Zweiten Weltkrieges startete am 17. März 1942, als sie die ersten 80 Kinder aus dem KZ Loborgrad nach Zagreb brachte.

Bei ihren Rettungsaktionen zögerte die Tirolerin nie, auch ihre vor dem Krieg aufgebauten gesellschaftlichen Kontakte in Anspruch zu nehmen. Budisavljevic gelang es somit, auch Kinder aus dem KZ Jasenovac zu retten, in das nicht einmal deutsche Soldaten Zutritt hatten. In Jasenovac wurden zwischen 1941 und 1945 nach unterschiedlichen Angaben zwischen mehreren zehntausend bis zu einigen hunderttausend Serben, Roma, Juden und kroatische Antifaschisten grausam ermordet.

Nach Kriegsende kehrte Diana Budisavljevic nach Innsbruck zurück, wo sie am 20. August 1978 starb. Historiker aus Ex-Jugoslawien begannen sich erst vor wenigen Jahren für das Werk von Diana Budisavljevic zu interessieren. Anlass lieferte die Veröffentlichung ihrer Kriegserinnerungen. Das "Tagebuch von Diana Budisavljevic 1941-45" wurde von ihrer Enkelin Silvija Sabo 2003 in Zagreb herausgegeben. 2012 war Diana Budisavljevic von damaligem serbischen Präsidenten Boris Tadic posthum ausgezeichnet. In Anspielung auf den deutschen Industriellen und Judenretter Oskar Schindler wird Budisavljevic auch als die "serbische Schindler" bezeichnet.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ