29. Januar 2020 16:48

Chronik

Drei mögliche Coronavirus-Verdachtsfälle in der Steiermark

In der Steiermark sind am Mittwoch drei neue mögliche Coronaviren-Verdachtsfälle bekannt geworden. Die steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) bestätigte Medienberichte, wonach in ihren Spitälern seit vergangener Woche insgesamt acht Mal Verdacht bestand. In fünf Fällen gab es nach den Tests Entwarnung, in drei Fällen wird noch auf die Ergebnisse der Untersuchungen gewartet.

Die drei Patienten befinden sich im LKH Graz-West in der Infektiologie-Abteilung, sagte der ärztliche Direktor Michael Lehhofer der APA. Sie wurden mit einem Schleusensystem isoliert. Die Personen waren kürzlich in China und haben grippeähnliche Symptome mit Lungenbeschwerden. Lehofer geht davon aus, dass schon bald auch bei den drei noch offenen Fällen Entwarnung gegeben werden kann. Er will keine Hysterie aufkommen lassen. Weit dramatischer sei derzeit der Influenza-Virus: 15 schwer erkrankte Patienten sind derzeit allein im LKH Graz-West in Behandlung.

In Wien gab es indes auch beim jüngsten Verdachtsfall Entwarnung. Bei der Betroffenen wurde eine milde Grippe-Symptomatik festgestellt, hieß es am Mittwoch aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV). Die chinesische Touristin in Wien bei der es Entwarnung gab wurde erst an der Rudolfstiftung in der Notfallaufnahme behandelt und dann in der Medizinischen Abteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spital aufgenommen. Die Frau stammt aus der südchinesischen Provinz Guangdong und klagte über Halsschmerzen. Sie ist somit der fünfte Coronavirus-Verdachtsfall in Wien, der sich als negativ herausstellte.

Zuletzt hatten sich am Montag eine Frau und ein Mann unabhängig voneinander selbstständig in Krankenhäuser begeben, sie wiesen nach einer China-Reise grippeähnliche Symptome auf. Beide wurden ebenso auf der 4. Medizinische Abteilung im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital behandelt. Dort wurde von den Ärzten am Dienstag schließlich Entwarnung gegeben.

Eine chinesische Staatsbürgerin war am Sonntagabend im Krankenhaus in Wien aufgenommen worden. Ihr negatives Testergebnis wurde am Montag bekannt. Die erste Entwarnung hatte es bereits am Sonntagabend gegeben: Eine chinesische Flugbegleiterin, die am Samstagabend mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus in das Kaiser Franz Josef-Spital eingeliefert wurde, ist nicht mit dem neuen Virus infiziert, hieß es vom KAV am Sonntag.

In der stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei befanden sich noch sieben Österreicher. Die Botschaft sei dabei, die Österreicher zu unterstützen, nach Wuhan, also zum Ausreiseort, zu kommen. Die sieben Personen sollen jedenfalls noch vor dem Wochenende in ihr Heimatland zurückkehren.

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat bereits am Montag eine kostenlose Infoline unter der Telefonnummer 0800-555 621 eingerichtet. In der Zeit von 9.00 bis 17.00 Uhr (Montag bis Freitag) geben Experten der AGES aktuelle Informationen zu Übertragung, Symptomen und zur Vorbeugung des neuartigen Virus. Ausführliche Informationen zu "2019-nCoV", Handlungsempfehlungen und Schutzmaßnahmen sowie Infos für Fachpersonal finden Interessierte auch auf der eigens eingerichteten Website der AGES - auch sie wird regelmäßig aktualisiert.

Der aktuelle Iststand an Verdachtsfällen wird täglich auf der Website des Sozialministeriums publiziert. Dort waren Mittwochfrüh keine weiteren Verdachtsfälle gelistet.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ