28. Dezember 2018 18:02

Politik

Empörung über Video der britischen Regierung zu EU-Bürgern

Kurz nach Weihnachten hat das britische Innenministerium ein Erklär-Video zum Anmeldeverfahren für EU-Bürger im Vereinigten Königreich nach dem Brexit veröffentlicht und damit eine Welle der Empörung ausgelöst. Das neue Verfahren soll ab dem 30. März gelten, einen Tag nach dem EU-Austritt Großbritanniens.

Es betrifft im Vereinigten Königreich lebende EU-Bürger und jene, die nach dem Brexit dorthin ziehen wollen. Dem am Donnerstag bei Twitter publizierten Beitrag zufolge wird künftig bei Anträgen für eine Aufenthaltsgenehmigung die Identität der Antragsteller, ihr Wohnort und ihr Vorstrafenregister von den Behörden überprüft. Wer über keine dauerhafte Bleibeberechtigung verfügt, müsse für das Prozedere zudem 65 Pfund (72 Euro) bezahlen.

Bei der britischen Opposition und Vertretern von EU-Bürgern stieß das 43 Sekunden lange Video auf scharfe Kritik. Statt Drohungen zu verbreiten, solle sich das Innenministerium lieber bei den Europäern bedanken, die sich um Kranke und Alte in Großbritannien kümmern, erklärte der Labour-Abgeordnete Jonathan Ashworth.

Die Gruppe the3Million, die Bürger aus EU-Staaten vertritt, prangerte ein "schlechtes Timing" des kurz nach Weihnachten veröffentlichten Videos an. Kritik kam auch von Londons Bürgermeister Sadiq Khan. "Die Bürger der EU sind hier willkommen, und es ist nicht normal, dass sie bezahlen müssen, um zu bleiben", erklärte er.

Das Innenministerium verteidigte sein Video. Es sei wichtig, dass die EU-Bürger und deren Familien wüssten, was auf sie zukomme, teilte das Ministerium auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit.

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