27. November 2019 15:53

Kultur

Erste Bestandsaufnahme nach Kunstdiebstahl in Dresden

Nach dem spektakulären Juwelenraub m Dresdner Grünen Gewölbe hat die Staatliche Kunstsammlung eine erste Bestandsaufnahme mitgeteilt. Demnach erbeuteten die Diebe aus einer Vitrine mit rund 100 Teilen insgesamt elf Objekte sowie Teile von zwei weiteren Stücken und eine Gruppe von Rockknöpfen. Dazu zählen Kostbarkeiten aus der Brillant- und Diamantrosengarnitur sowie dem Schmuck der Königinnen.

Das Brillantkollier der Königin Amalie Auguste ist unvollständig. Ihre große Brustschleife mit über 600 Brillanten ist ebenso gestohlen wie das Achselband mit dem "Sächsischen Weißen" Brillanten. Aus der Diamantrosengarnitur wurden u.a. ein Degen, Schuhschnallen, eine Hutagraffe und eine große Diamantrose entwendet.

Über den spektakulären Einbruch in die Schatzkammer hat die Polizei am Mittwoch weitere Details bekanntgegeben. Aus der Auswertung von Videomaterial geht hervor, dass vier Täter beteiligt waren. "Die Tatortarbeit gestaltet sich sehr aufwendig", heißt es im Polizeibericht unter Hinweis darauf, "dass die Einbrecher einen Pulverlöscher am Tatort entleerten, um Spuren zu verwischen".

Bisher seien bei der Sonderkommission insgesamt 205 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Sie würden ausgewertet und nach Priorität abgearbeitet. Aktuell würden Aufnahmen verschiedenerer Überwachungskameras untersucht.

Die Einbrecher hatten am frühen Montag aus einer Vitrine des historischen Grünen Gewölbes kostbare Schmuckstücke mit Diamanten und Brillanten gestohlen. Die Täter waren im Schutz der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das berühmte Museum eingedrungen. Auf einem Überwachungsvideo sind zwei Täter zu sehen, von denen einer mit einer Axt auf eine Vitrine im Juwelenzimmer der Schatzkammer einschlägt.

Am Mittwoch hatte das Dresdner Residenzschloss erstmals nach dem Juwelendiebstahl wieder geöffnet. Der Andrang hielt sich in Grenzen: "Es sind weniger als normal nach dem regulären Schließtag", sagte eine Mitarbeiterin an der Kasse im Kleinen Schlosshof. Das Grüne Gewölbe bleibt noch geschlossen. In der barocken Schatzkammer der sächsischen Kurfürsten und Könige sind noch Kriminaltechniker am Werk, um Spuren zu sichern.

Der Direktor des Grünen Gewölbes, Dirk Syndram, äußerte sich am Mittwoch in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung" zu Details der Sicherheit im Schatzkammermuseum. "Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens", sagte er. "Das war fast wie 'Mission Impossible', was die da veranstaltet haben."

Überrascht zeigte sich Syndram davon, wie schnell das Glas der Vitrine zerstört werden konnte. "Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, hat nicht gehalten." Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen müsse, bevor es beschädigt werden könne.

Uwe Reier, Geschäftsführer der Vitrinen- und Glasbau Reier GmbH im sächsischen Lauta, die auch Sicherheitsglas für ihre Vitrinen verwendet, relativierte die Aussagen. Das in Museen verwendete Glas entspreche in der Regel der Widerstandsklasse "Durchwurfhemmung". Einem mehrfachen Angriff mit einer Axt könne dieses Glas nicht standhalten.

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