24. November 2018 16:53

Politik

EU-Wahl: CSU kürte Weber zu ihrem Spitzenkandidaten

Die bayrische CSU zieht mit einem klaren Bekenntnis zu Europa und einer Kampfansage an Extremisten und Populisten in die Europawahl 2019 - und mit Parteivize Manfred Weber an der Spitze. Auf einer Delegiertenversammlung am Samstag in München wurde Weber, der bereits die europäischen Konservativen als Spitzenkandidat in die Wahl am 26. Mai führt, auch auf Platz 1 der CSU-Europaliste gewählt.

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer legte in seiner Rede ein klares Bekenntnis zu Europa und zur EU ab. "Die CSU war und ist eine Europa-Partei", sagte Seehofer. Daran könne kein Zweifel bestehen. Vor fünf Jahren hatte die CSU unter Seehofers Führung allerdings noch einen mindestens in Teilen EU-kritischen Europawahlkampf geführt.

Weber warb in einem leidenschaftlichen Appell für ein starkes, einiges und stabiles Europa und sagte nationalen Egoismen und Extremisten aller Art den Kampf an. Es gehe bei der Europawahl um die Grundsatzfrage, ob man auf dem europäischen Kontinent den Weg der Partnerschaft und des Miteinanders weitergehe - oder ob Europa auseinandergetrieben werde. Unter großem Applaus rief er: "Wir lassen uns Europa von keinem Populisten und Extremisten kaputtmachen."

Weber, der EVP-Fraktionschef im Europaparlament ist, war am 8. November zum Spitzenkandidaten der europäischen Konservativen gekürt worden. Sollte die EVP wieder stärkste Fraktion werden, hat Weber sehr gute Chancen auf das Amt des EU-Kommissionspräsidenten. Bei der Delegiertenversammlung am Samstag in München erhielt der Niederbayer 271 von 274 Stimmen, das sind 98,9 Prozent.

Seehofer nannte es einen "historischen Vorgang", dass die CSU mit Manfred Weber nun den europaweiten Spitzenkandidaten stellt. "Wir alle stehen hinter dir, und auf unsere geschlossene Unterstützung kannst du dich verlassen." CSU-Generalsekretär Markus Blume betonte ebenfalls: "Wir sind die Volkspartei für Europa." Und zu Weber sagte Blume: "Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass wir Europa rocken."

Auf den ebenfalls als sicher geltenden Plätzen zwei bis vier auf der CSU-Liste folgen die weiteren bisherigen Europaabgeordneten Angelika Niebler, Markus Ferber und Monika Hohlmeier. Auf den frei gewordenen Platz fünf wurde der Oberpfälzer Christian Doleschal gewählt, gefolgt von der Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler und Bernd Posselt, der sich in einer Kampfkandidatur Platz sieben auf der Liste sicherte.

Unterdessen wählten die europäischen Grünen die Deutsche Ska Keller und den Niederländer Bas Eickhout als Spitzenduo für den Europa-Wahlkampf. Die 37 Jahre alte Keller war zwei Wochen zuvor bereits auf Platz eins der Europaliste der deutschen Grünen gewählt worden. Gemeinsam mit dem EU-Abgeordneten Sven Giegold bildet sie das deutsche Spitzenduo für die Europawahl.

"Jetzt ist es Zeit, nach draußen zu gehen", sagte Keller am Samstag. Rechte Parteien griffen die Ideale an, für die die Grünen ständen. Es gelte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen. Eickhout sagte, es gehe "eine grüne Bewegung, eine grüne Welle" durch Europa.

Bei der vorigen Europawahl 2014 hatten die Grünen rund 6,7 Prozent geholt. Stärkste Kraft wurde die EVP, zu der CDU und CSU gehören. Die nächste Europawahl findet von 23. bis 26. Mai 2019 statt, in Deutschland und Österreich am Sonntag, den 26. Mai.

© APA
2019 © PULS 4 TV GmbH & Co KG | IMPRESSUM | DATENSCHUTZ