2. Januar 2020 21:34

Politik

Fast 50 Tote bei Stammeskämpfen im Sudan

In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind bei Stammeskämpfen fast 50 Menschen gestorben und mehr als 240 verletzt worden. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen arabischen und afrikanischen Stämmen seien am Sonntagabend in El Geneina, der Hauptstadt des Bundesstaates West-Darfur, ausgebrochen und hätten bis Montag angedauert, teilte der örtliche Rote Halbmond am Donnerstag mit.

Mehrere Häuser und Zelte in einem Flüchtlingslager brannten ab. Die Regierung verhängte eine Ausgangssperre und entsandte Truppen nach El Geneina, um die Ordnung wiederherzustellen. Einwohner der Stadt sagten der Nachrichtenagentur AFP, dass die Kämpfe nachgelassen hätten. Auch der Rote Halbmond erklärte, dass die Situation nun "ruhig" sei.

Nach Berichten sudanesischer Medien waren die Kämpfe nach einem Streit zwischen zwei Menschen ausgebrochen. "Wir haben kein Essen und nur die Kleidung, die wir tragen. Auf dem Boden liegen Leichen", sagte eine Frau, die aus einem Lager für vertriebene Masalit, einer nicht-arabischen Ethnie, geflohen war.

In Darfur kommt es immer wieder zu Gewalt. Die Region geriet 2003 in einen Konflikt, in dem rund 300.000 Menschen getötet und etwa 2,5 Millionen Menschen vertrieben wurden. Die Kämpfe begannen, als Rebellen ethnischer Minderheiten gegen die Regierung des damaligen Präsidenten Omar al-Bashir zu den Waffen griffen.

Der Ex-Machthaber, der mittlerweile wegen Korruption im Gefängnis sitzt, wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit wegen seiner Rolle im Darfur-Konflikt gesucht. Auch die sudanesische Justiz hat zuletzt Ermittlungen zu den mutmaßlichen Verbrechen eingeleitet.

Beim Absturz einer Lazarettmaschine des Militärs kamen nach offiziellen Angaben alle 18 Menschen an Bord ums Leben. Bei den Toten handle es sich um sieben Besatzungsmitglieder, drei Richter und acht weitere Zivilisten, teilte der Sprecher des Militärs, General Amer Muhammad Al-Hassan, am Donnerstagabend mit.

Die Maschine vom Typ Antonow habe fünf Minuten nach dem Start vom Flughafen der Stadt El Geneina im Westen des Landes aus unbekannter Ursache an Höhe verloren und sei am Boden zerschellt. Ihr Ziel war Khartum, die Hauptstadt des ostafrikanischen Landes.

Das Flugzeug sollte laut Rotem Halbmond Patienten zur Behandlung in die Hauptstadt fliegen. Die Menschen seien in den vergangenen Tagen bei heftigen Kämpfen in den vergangenen Tagen zwischen rivalisierenden Volksgruppen in Darfur verletzt worden.

© APA
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