14. November 2018 10:04

Politik

Francois Hollande kündigt politisches Comeback an

Der frühere französische Staatschef Francois Hollande hat sein politisches Comeback angekündigt. "Ich werde zurückkehren", sagte Hollande zu einer seiner Anhängerinnen am Samstag am Rande einer Buchpräsentation in Südwestfrankreich. Kameras des privaten Senders TMC fingen das Gespräch ein, wie franceinfo (online) am Mittwoch berichtete.

Spekulationen über eine mögliche Rückkehr gibt es schon länger, nun wurde der sozialistische Politikerin aber zum ersten Mal deutlich. Dass er sich der Präsenz der Kameras bewusst war, zeigen die Aufnahmen. Welche Art von Rückkehr gemeint sein könnte, blieb offen. Die sozialistische Partei (PS) ist in der französischen Nationalversammlung nur mehr in einer Minifraktion vertreten. Viele Politiker des rechten Flügels sind zu Emmanuel Macrons Bewegung La Republique en Marche (LREM/Die Republik in Bewegung) übergelaufen, Linke wenden sich in Scharen Jean-Luc Melenchons linkspopulistischer Bewegung La France Insoumise (Das unbeugsame Frankreich) zu.

Hollande hatte 2016 angesichts katastrophaler Umfragewerte auf eine neuerliche Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 2017 verzichtet. Seit dem Amtsantritt von Macron schlägt dem Ex-Staatschef aber eine Welle der Sympathie entgegen. Hollande wird im Rückblick von vielen als nahbarer und offenherziger Politiker gesehen, der sich überdies mit keinen politischen Affären herumschlagen muss. Der frühere Staatschef hatte sich vorgenommen, "ein normaler Präsident" zu sein. Was ihm damals als Führungsschwäche ausgelegt wurde, erscheint nun als besonders menschlicher Zug. Seinem Nachfolger wird dagegen vorgeworfen, zu autoritär und wenig bürgernah zu regieren.

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