27. November 2019 11:02

Sport

Frankfurt-Trainer Hütter als Krisenmanager gefragt

Adi Hütter ist bei Eintracht Frankfurt erstmals als Krisenmanager gefragt. Der desolate Auftritt beim 0:2 gegen Wolfsburg am Ende von drei verlorenen Pflichtspielen erhöht die Brisanz des Europa-League-Spiels am Donnerstag (21.00/live RTL) beim Vorsaison-Finalisten Arsenal enorm. "Wenn wir spielen wie gegen Wolfsburg, wird es schwer", wusste der 49-jährige Vorarlberger vor dem Abflug nach London.

Doch selbst bei einer Niederlage an der Themse wäre das Aus in der Gruppe F noch nicht besiegelt. Allerdings könnte dann ein Sieg in der letzten Partie zu Hause gegen Vitoria Guimaraes am 12. Dezember nicht reichen, um Standard Lüttich auf Platz drei zu verdrängen und ins Sechzehntelfinale einzuziehen. "Es ist nichts entschieden. Wir haben noch zwei Spiele und es selbst in der Hand", befand Mittelfeldspieler Sebastian Rode.

Überhaupt schalteten die Eintracht-Profis nach der denkbar schwachen Heimpartie gegen Wolfsburg verbal auf Angriff um. "Wir lassen uns unser Selbstvertrauen nach diesem Spiel nicht nehmen und werden in London alles reinhauen", bekräftigte der Schweizer Djibril Sow. "Wir haben auch mit 5:1 gegen den FC Bayern gewonnen und danach 1:2 in Lüttich verloren. Das verändert die Lage nicht wirklich." Seit dem Traumspiel gegen die Münchner holte der Tabellenzehnte der Bundesliga aber zweimal keinen Punkt in der Meisterschaft und verlor in Lüttich unglücklich.

In die Karten könnte der Eintracht spielen, dass Arsenal seit bereits sechs Pflichtpartien sieglos ist und richtig in der Krise steckt. Für Hütter ist das jedoch keine Gewähr für einen Erfolg. "Wir brauchen nicht über Arsenal sprechen, sondern über das, was unsere Leistung betrifft", betonte er. Deshalb müsse Frankfurt nach dem zuletzt gezeigten Larifari-Fußball wieder "zu unseren Wurzeln" zurückfinden, "zu dem, was uns stark gemacht hat". Hütter: "Wenn wir wie gegen die Bayern auftreten, haben wir eine Chance in London."

Allerdings muss Frankfurt im Emirates Stadium ohne seine Fans auskommen. Nach den Ausschreitungen in Guimaraes hatte die Europäische Fußball-Union (UEFA) einen Ausschluss der Eintracht Fans für die Partien in Lüttich und in London verfügt. Sollten Eintracht-Fans dennoch mit einer Karte versuchen, ins Arsenal-Stadion zu gelangen, wird ihnen der Zutritt verweigert.

Der Londoner Club, der zum Auftakt in Frankfurt 3:0 gewonnen hatte, wies deshalb seine Fans nachdrücklich darauf hin, "nicht zuzulassen, dass ihre Tickets in die Hände von Auswärts-Fans gelangen". Im Falle eines Verstoßes gegen diese Anordnung werde der Club "die entsprechenden Maßnahmen gegen jedes Mitglied" ergreifen - bis hin zur Kündigung der Mitgliedschaft, hieß es in der Mitteilung.

Neben Frankfurt spielt auch der vom Oberösterreicher Oliver Glasner betreute VfL Wolfsburg in der Europa League auswärts gegen Gruppe-I-Schlusslicht Olexandrija. Mit einem Sieg in der Ukraine könnten die "Wölfe" bereits vorzeitig den Aufstieg unter die letzten 32 fixieren, sofern im Parallelmatch der noch ungeschlagene Tabellenführer Gent in St. Etienne ebenfalls gewinnen sollte.

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