23. Oktober 2019 08:07

Kultur

Französischer Autor Pierre Michon erhielt Franz-Kafka-Preis

Der französische Autor Pierre Michon (74) ist am Dienstag in Prag mit dem Franz-Kafka-Preis ausgezeichnet worden. Neben einer Bronze-Statue, die eine Miniatur-Ausgabe des Kafka-Denkmals in Prag darstellt, sind mit dem Preis auch 10.000 US-Dollar (rund 9.000 Euro) verbunden.

Michon ist der 19. Träger der jährlich seit 2001 von der Kafka-Gesellschaft vergebenen Auszeichnung, die an zeitgenössische Autoren vergeben wird, deren literarisches Werk in künstlerischer Hinsicht außergewöhnlich ist und die ihre Leser unabhängig von Herkunft, Nationalität und Kultur - ähnlich wie das Werk Kafkas (1883-1924) - anspricht. Für nicht-tschechische Autoren gilt, dass zumindest eines ihrer Bücher ins Technische übersetzt sein muss.

"Ich bin sowohl glücklich als auch erschrocken, diese Auszeichnung zu erhalten", zitierte die Nachrichtenagentur AFP aus Michons Dankesrede. "Die Dichter und Schriftsteller, die Sie vor mir ausgewählt haben, scheinen mir die bewundernswertesten zu sein."

In der achtköpfigen Jury finden sich u.a. der spanische Autor Lorenzo Silva, die österreichische Schriftstellerin Marianne Gruber oder der tschechische Literaturwissenschafter Josef Cermak. Der Preisträger Pierre Michon, geboren 1945, veröffentlichte seinen Debütroman "Vies minuscules" im Jahr 1984. Seither hat er 20 Bücher veröffentlicht. Im Vorjahr wurde der Tscheche Ivan Wernisch mit dem Kafka-Preis ausgezeichnet, im Jahr davor erhielt Margaret Atwood den Preis. Aus Österreich wurden bisher die Literaturnobelpreisträger Elfriede Jelinek (2004) und Peter Handke (2009) ausgezeichnet.

© APA