15. Oktober 2019 17:55

Politik

Gesunkenes Boot mit 12 Toten südlich von Lampedusa entdeckt

Ein Untersee-Roboter der italienischen Küstenwache hat ein am 7. Oktober gesunkenes Boot mit mindestens zwölf Leichen sechs Seemeilen südlich von Lampedusa lokalisiert. Dies bestätigten die Ermittler, die in diesem Flüchtlingsdrama ermitteln. Die Leichen im Boot, darunter jene einer Frau und eines Kleinkindes, wurden in einer Tiefe von 60 Metern gesichtet.

Die Leichen sollen in den nächsten Tagen von Tauchereinheiten der Küstenwache geborgen werden. Nicht ausgeschlossen wird, dass sich weitere Leichen unweit des gesunkenen Bootes befinden.

Beim Flüchtlingsdrama vor der italienischen Insel Lampedusa am 7. Oktober waren 13 Frauen ums Leben gekommen. Das Flüchtlingsboot mit etwa 50 Personen an Bord war in der Nacht auf Montag vor Lampedusa gekentert. 22 geborgenen Überlebenden wurden ans Festland gebracht. Nach etwa 20 Personen wurde noch gesucht.

Indes wurden circa 290 Migranten von der italienischen Küstenwache 32 Seemeilen von Lampedusa entfernt in Sicherheit gebracht. Die Rettungsaktion erfolgte in maltesischen Gewässern, teilte die italienische Küstenwache am Dienstag mit. Diese warte auf Anweisungen über einen sicheren Landehafen.

Ein Schiff der italienischen Marine rettete unterdessen 75 Migranten an Bord eines Bootes. Dies berichtete die Hilfsorganisation "Alarm Phone", die Hilferufe von Migranten in Seenot aufnimmt.

Im süditalienischen Tarent wird in der Zwischenzeit auf die am Mittwoch geplante Landung des Rettungsschiffes "Ocean Viking" mit 176 Migranten an Bord, darunter 33 Minderjährige, gewartet. Die Migranten sollen in einen Hotspot in Tarent eingeliefert werden. Danach sollen sie umverteilt werden. Zur Umverteilung schaltete die italienische Regierung die EU-Kommission ein.

© APA