7. März 2020 09:56

Kultur

Großer Andrang bei Eröffnung des Künstlerhauses

Nach jahrelangen Renovierungsarbeiten ist am Freitagabend das Obergeschoß des Wiener Künstlerhauses offiziell wiedereröffnet worden. "Ich bin überwältigt. Wir sind wirklich angekommen in unserem Haus", freute sich Künstlerhaus-Präsidentin Tanja Prusnik in ihrer Begrüßungsrede. Die Eröffnung wollten sich viele nicht entgehen lassen, es herrschte großer Andrang.

Bevor kommende Woche die Albertina modern ihre Räumlichkeiten im Unter- und Erdgeschoß des Hauses einweiht, kehrte am Freitagabend die Gesellschaft bildender Künstlerinnen und Künstler Österreichs offiziell in das 1865 bis 1868 von ihr errichtete Gebäude am Karlsplatz zurück.

Begrüßt wurden die Gäste noch vor dem Künstlerhaus, und zwar von einer Gruppe pink und lila kostümierter, stark geschminkter Männer und Frauen, die Fahnen mit den Wörtern "Queerness", "Feminismus" oder "Vielfalt" hochhielten. "Wir sind DIE Künstlerhaus. Mein Schönheitsschlaf hat etwas länger gedauert als erwartet. Heute ist ein erregender Tag", schallte es aus den Lautsprechern. "Die Zeit ist reif und wir sind ready."

Das Museum will "ein Künstlerhaus für alle sein", dementsprechend wurden die Besucher unter anderem mit "liebe Transgender", "liebe Geflüchtete", "liebe Reinigungskräfte" und "liebe Leistungsträger" begrüßt. Der Aufforderung "Kommt, kommt!" Folge zu leisten, gestaltete sich aber schwierig. Eine halbe Stunde nach Einlass hatte es ein großer Teil der Besucher immer noch nicht vorbei an den Tischchen für die Anmeldung ins Haus geschafft. Die rund 20-minütige Eröffnungszeremonie mit dem Titel "W*HOLE AGAIN" war da schon wieder vorbei. Nur die bunten Konfetti auf der Feststiege zeugten von der Performance.

Auch im Veranstaltungsraum im ersten Stock fanden längst nicht alle Besucher Platz. Während drinnen die Eröffnungsreden gehalten wurden und Kurator Tim Voss einen Überblick über die Eröffnungsschau "Alles war klar" gab, wurde in den anderen Ausstellungsräumlichkeiten bereits auf den Einzug angestoßen.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) zeigte sich in seiner Rede überzeugt, dass künftig eine "ganz spannende Mischung" im Künstlerhaus präsentiert werden wird. Auch Kunst- und Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) freute sich über den "Neustart". Ich weiß, es war nicht immer einfach für alle, die daran beteiligt waren", sagte Lunacek. Sie versprach außerdem, sich für die faire Bezahlung von Künstlerinnen und Künstlern einzusetzen. Es sei eine Herausforderung, im Budget mehr zur Verfügung zu stellen. "Aber ich bin zuversichtlich", sagte sie. Schließlich sei "Fairpay" auch im Regierungsprogramm verankert worden.

Unter den Gästen befanden sich auch Mitbewohner und Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder, der Direktor des benachbarten Wien Museums Matti Bunzl und Mäzen Hans Peter Haselsteiner, der den Umbau finanziert hat. Kommende Woche, am 12. März, folgt die Einweihung der Albertina modern, die 2.000 Quadratmeter im Erd- und Untergeschoß mit der Eröffnungsausstellung "The Beginning. Kunst in Wien 1945 bis 1980" bespielen wird.

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