11. November 2019 14:12

Politik

Gründer der syrischen Weißhelme ums Leben gekommen

Der aus Großbritannien stammende Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme ist in Istanbul ums Leben gekommen. Laut einem türkischen Pressebericht wurde James Le Mesurier in der Früh vor seinem Wohnhaus mit gebrochenen Beinen und Brüchen am Schädel aufgefunden. Der Leiter der Weißhelme bestätigte den Todesfall, nannte aber keine Details. Die Behörden ermitteln.

Die Weißhelme wurden durch ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt, vor allem im Osten der lange Zeit heftig umkämpften Stadt Aleppo. Sie waren nach Bombenangriffen oft unter den ersten Helfern vor Ort. In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115.000 Menschen. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Eine Kurz-Dokumentation über sie wurde außerdem mit einem Oscar ausgezeichnet.

Die Weißhelme sind offiziell als Syrischer Zivilschutz (SCD) bekannt. Der frühere britische Armee-Offizier James Le Mesurier gilt als treibende Kraft bei der Gründung der Organisation im Jahr 2013. Die Arbeit der rund 3.000 Freiwilligen wird mitunter durch Spenden aus dem Ausland möglich gemacht. Die deutsche Regierung unterstützt die Weißhelme schon seit längerem, die US-Regierung hatte erst vor drei Wochen Hilfen in Höhe von 4,5 Millionen Dollar zugesagt.

Kritiker werfen den Weißhelmen vor, Propaganda im Dienste von Islamisten zu betreiben, die gegen das Regime in Damaskus kämpfen. Von russischer Seite wurden verschiedene Vorwürfe verbreitet, deren Stichhaltigkeit allerdings fraglich ist.

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