24. November 2018 07:54

Politik

Hilfsorganisation: 120 Geflüchtete im Mittelmeer in Seenot

Rund 120 Personen sind nach Angaben einer Hilfsorganisation im Mittelmeer in größter Seenot. Ihr Schlauchboot laufe vor der libyschen Küste voll Wasser, mehrere Menschen seien angeblich bereits ertrunken, schrieb die Organisation Mediterranea Saving Humans am späten Freitagabend auf Twitter.

Man habe sowohl die Seenotrettungsleitstelle in Rom als auch die libysche Küstenwache informiert, es gebe aber keine Antwort aus Libyen. Die Organisation betreibt eine Beobachtermission auf dem Mittelmeer, ihr haben sich auch die deutsche NGO Sea Watch und die spanische Proactiva Open Arms angeschlossen. Das eigene Schiff sei Stunden entfernt, teilte Mediterranea mit. Seit die italienische Regierung keine Rettungsschiffe privater Organisationen mehr in die Häfen des Landes lässt, kommen kaum noch Migranten in Italien an. Italien will, dass die libysche Küstenwache die Menschen wieder zurück in das Bürgerkriegsland bringt.

Seit Anfang dieses Jahres sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mehr als 15.000 Flüchtlinge aus Libyen in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die Migranten stammten aus 32 afrikanischen Staaten und hatten versucht, von Libyen aus über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen, wie die UNO-Institution am Freitag mitteilte.

Sie seien durch "Programme für eine freiwillige Rückkehr" der IOM unterstützt worden. Die Organisation veröffentlicht in den sozialen Netzwerken eine Telefonnummer für "Migranten in Not", die sich in Libyen befinden und wieder in ihre Heimat wollen. Die Rückkehrer-Programme werden nach IOM-Angaben von einem Fonds der Europäischen Union gefördert. Im vergangenen Jahr hatte die IOM nach eigenen Angaben knapp 20.000 Migranten aus Libyen zurückgebracht. In diesem Jahr strebt die Einrichtung eine Zahl von 30.000 freiwilligen Rückkehrern an.

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