28. Oktober 2019 10:43

Sport

Houston ging in World Series 3:2 in Front - Trump ausgebuht

Die Houston Astros haben unter den Augen von US-Präsident Donald Trump die Führung in der Finalserie der nordamerikanischen Baseball-Liga MLB übernommen. Die favorisierten Texaner gewannen am Sonntag (Ortszeit) das fünfte Spiel der diesjährigen World Series gegen die Washington Nationals 7:1 und stellten damit in Siegen auf 3:2.

Houstons Yordan Alvarez und Carlos Correa sorgten jeweils mit Two-Run-Homeruns für ein 4:0 der Gäste. Washingtons Jungstar Juan Soto verkürzte mit einem Solo-Homerun auf 1:4. Yuli Gurgel erhöhte mit einem Single die Führung der Astros auf 5:1. George Springer stellte mit einem weiteren Two-Run-Homerun den späteren Endstand her. Mit einem weiteren Sieg daheim am Dienstag würden die Astros ihren zweiten Titel in drei Jahren gewinnen.

Für Stehplätze im Nationals Park in Washington mussten kurz vor dem Match 450 Dollar (405 Euro) auf den Tisch gelegt werden. Für Plätze auf den besseren Rängen wurden Preise von bis zu 3.500 Dollar (rund 3.150 Euro) aufgerufen.

Als Trump auf dem Stadion-Großbildschirm zu sehen war, ertönten laute Buh-Rufe. Zuschauer skandierten "Sperrt ihn ein!" Washington gilt als Hochburg der US-Demokraten. Bei seiner Wahl 2016 hatte Trump in dem Hauptstadt-Bezirk 4,1 Prozent der Stimmen geholt - so wenig wie kein republikanischer Kandidat vor ihm. Den symbolischen ersten Ball wollte Trump nicht werfen. Der übergewichtige Präsident sagte, er müsse dann eine schusssichere Weste tragen. "Ich werde zu schwer aussehen."

Statt ihm warf der prominente Koch und Restaurantbetreiber Jose Andres den symbolischen ersten Ball - er ist ein ausgesprochener Kritiker Trumps. Andres dankte den beiden Teams dafür, dass sie einen Migranten für den "First Pitch" eingeladen haben. Trump steht dafür, Migranten aus den USA fernhalten zu wollen.

MLB-Geschäftsführer Rob Manfred hatte vorab gesagt, Trump werde erst nach Beginn des Spiels im Stadion sein, um Fans auf ihrem Weg dorthin nicht zu behindern. "Ehrlich gesagt, wir waren sehr dankbar dafür." Wenn Trump sich mit seinem schwer gesicherten Konvoi durch die US-Hauptstadt bewegt, werden zahlreiche Straßen abgeriegelt. Der Präsident verließ das Match auch wieder vor Spielende.

Der Besitzer der Washington Nationals, Mark Lerner, hatte Kritik am Besuch Trumps zurückgewiesen. "Er hat alles Recht zu kommen", sagte Lerner der "Washington Post". Trump ist der erste amtierende Präsident seit George W. Bush im Jahr 2001, der ein Spiel der MLB-Finalserie besuchte. Bush hatte kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 im Yankee-Stadion in New York symbolisch den ersten Ball des Matches geworfen - wenige Kilometer vom Ort der Anschläge entfernt.

© APA