9. März 2020 14:50

Sport

Ibertsberger soll St. Pölten vor dem Abstieg retten

Tabellenschlusslicht St. Pölten sucht sein Heil in einem Trainerwechsel. Für Alexander Schmidt kam am Montag nach rund neun Monaten das Aus, Robert Ibertsberger übernahm. "In Anbetracht der prekären Situation mussten wir (...) reagieren", begründete General Manager Andreas Blumauer. Ibertsberger selbst gab sich optimistisch: "Der Kader hat absolut die Qualität, im Abstiegskampf zu bestehen."

Ibertsberger, der interimistisch bereits den WAC (2018) und die Wiener Austria (2019) betreute, unterzeichnete einen Vertrag bis Saisonende, im Fall des Klassenerhalts verlängert dieser sich automatisch um ein weiteres Jahr. Das restliche Betreuerteam um Co-Trainer Alexander Marchat, Co-Trainer Marc Schweinshaupt, Tormanntrainer Christoph Eglseer und Athletiktrainer Christian Balga bleibt weiterhin im Amt.

Bereits am Montagnachmittag leitete der 43-jährige Salzburger das Training, schon am Samstag (17.00 Uhr) steht bei der WSG Tirol der Auftakt der Qualifikationsrunde an. Just bei jenem Team, gegen das man am 9. November (5:1) den bisher letzten Sieg feierte. Seitdem stehen in acht Ligapartien vier Niederlagen und vier Remis zu Buche. Insgesamt 16 Punkte aus 22 Matches im Grunddurchgang waren für den Deutschen Schmidt zu wenig.

"Unter Alex Schmidt ist es uns leider nicht gelungen, in den letzten Wochen die benötigten Erfolge einzufahren", sagte Blumauer. "Wir haben nach 22 Spielen die wenigsten Punkte und mit -33 das schlechteste Torverhältnis, das ist Fakt. Daher sahen wir uns zu diesem Schritt gezwungen." Auch Nentwich bezeichnete den Schritt quasi als unumgänglich: "Wir wollten noch einmal alles auf Null stellen, dem Team auch die Möglichkeit geben, die Hierarchien neu zu ordnen."

Tatsächlich ist die Lage nach dem Grunddurchgang für die Niederösterreicher trist. Mit acht Zählern liegen die "Wölfe" nach der Punkteteilung am letzten Platz, wenngleich mit Mattersburg, der WSG und der Admira (je 9) drei Teams in unmittelbarer Reichweite liegen. Selbst die Austria und Altach (je 12) sind noch nicht vollkommen enteilt. "Wir haben jetzt zehn enorm wichtige Spiele vor der Brust. Schon die Partie am Samstag in Tirol gegen die WSG ist richtungsweisend", meinte Nentwich, der in der Länderspielpause Ende März auf eine intensive Kennenlernphase hofft.

Ibertsberger trachtet danach, so schnell wie möglich eine Stammelf zu finden. "Das ist im Abstiegskampf, in dem ich alle sechs Teams der Qualifikationsgruppe sehe, ganz wichtig", betonte er auf einer Pressekonferenz am Montag. In den kommenden Tagen stünden jedenfalls viele Gespräche mit seinen neuen Schützlingen an. "Ich will ihnen meine Ideen, meine Art Fußball spielen zu lassen, vermitteln", erklärte Ibertsberger.

Als Interimstrainer der Austria gelang das Ibertsberger im Frühjahr 2019 allerdings nur bedingt. Zwar führte er die "Veilchen" auf Platz vier und damit in die Europa-League-Qualifikation, der Club entschied sich im Sommer dennoch für Christian Ilzer. Zuvor hatte der ehemalige Salzburg-Profi und Italien-Legionär (Venezia) Ibertsberger auch als Interimscoach des WAC im Frühjahr 2018 Oberhaus-Erfahrung gesammelt.

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