29. Oktober 2019 10:25

Chronik

In Brunnen gefallener Zweijähriger in Indien tot geborgen

Ein in einem stillgelegten Brunnen in Indien eingeklemmter zweijähriger Bub ist nach tagelangen Rettungsbemühungen tot geborgen werden. Sujith Wilsons Leichnam sei am Dienstag aus 26 Metern Tiefe aus dem Schacht geholt worden, teilten die Behörden mit. Das Schicksal des kleinen Buben löste Bestürzung aus.

Sujith war am Freitag beim Spielen in der Nähe seines Hauses im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu in den 30 Zentimeter breiten Schacht gestürzt, seitdem lief eine großangelegte Rettungsaktion. Am Sonntagmorgen war er nach Angaben der Bergungskräften noch am Leben, aber bewusstlos. Danach rutschte er tiefer in den Schacht, und sein Zustand ließ sich nicht mehr überprüfen. Alle Versuche, ihn rasch zu bergen, schlugen fehl.

Sujiths Schicksal bewegte das ganze Land. Mehrere Politiker reisten zu der Unglücksstelle im Bezirk Tiruchirappalli, Premierminister Narendra Modi und Oppositionschef Rahul Gandhi erklärten auf Twitter, sie beteten für den kleinen Buben.

Im ländlichen Indien stürzen Kinder immer wieder in stillgelegte Brunnen. Diese Brunnen dienen in vielen Regionen als Hauptwasserquellen, werden aber oftmals nur unzureichend abgedeckt, sobald sie nicht mehr genutzt werden.

Erst im Juni war ein Zweijähriger im nördlichen Bundesstaat Punjab in einen 23 Zentimeter breiten Schacht gefallen und nach vier Tagen intensiver Rettungsbemühungen tot geborgen worden. Im März dagegen konnte ein eineinhalbjähriges Kind nach zwei Tagen in einem Brunnen im nördlichen Bundesstaat Haryana gerettet worden.

© APA