25. November 2019 05:00

Chronik

Initiative für Bienenschutz und Pestizidausstieg startet

Am Montag startet die Europäische Bürgerinitiative (EBI) "Save Bees and Farmers", die zum Schutz der Bienen und Ökosysteme ins Leben gerufen worden ist. Bauern und Bäuerinnen sollen beim Umstieg auf eine umweltfreundliche Landwirtschaft unterstützt und synthetische Pestizide wie Glyphosat bis 2035 aus dem Verkehr gezogen werden, berichtete die NGO Global 2000 am Montag.

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"Nur eine nachhaltige, pestizidfreie Landwirtschaft kann die Nahrungsmittelversorgung jetziger und zukünftiger Generationen sicherstellen und Antworten auf die wachsenden Herausforderungen der Klima- und Biodiversitätskrise bieten", ist Helmut Burtscher-Schaden, Umweltchemiker bei Global 2000 und Mitbegründer der Initiative, überzeugt. Er hofft künftig auch auf Lenkungseffekte etwa hinsichtlich der USA und Brasilien: "Irgendwer muss anfangen. Die EU ist ein großer Wirtschaftsraum, der etwas bewirken kann", sagte er im Gespräch mit der APA.

Einen dringenden Systemwandel forderten auch bereits die Welternährungsorganisation (FAO), der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) und der Weltklimarat (IPCC), um den weltweiten Zusammenbruch der Artenvielfalt zu stoppen, betonte Global 2000. Ein Viertel der Wildtiere in Europa sei stark bedroht, die Hälfte der Ökosysteme befinde sich in einem kritischen Zustand und die Grundlage für die Ernährung der Menschen sei in Gefahr, warnte die NGO.

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"Die EBI kommt zur rechten Zeit", meinte Christian Boigenzahn, Geschäftsführer von Biene Österreich. An der kommenden Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) bis 2027 werde bereits intensiv gearbeitet. Und eine reformierte, finanziell gut ausgestattete GAP sei notwendig, um die Ziele der Bürgerinitiative zu erreichen. "In Österreich gibt es zum Schutz der Bestäuber in einem zukünftigen österreichischen Agrarumweltprogramm (ÖPUL) bereits positive Signale seitens des Landwirtschaftsministeriums", so Boigenzahn.

Allein in der EU hängen 84 Prozent der Kulturpflanzenarten und 78 Prozent der Wildblumenarten zumindest teilweise von der Bestäubung ab. Bis zu 15 Milliarden Euro der jährlichen Agrarproduktion der EU werden direkt auf die Bestäuber zurückgeführt. "Die gegenwärtige Krise lässt sich durch einen raschen und zielgerichteten Wandel unseres Energie- und Ernährungssystems, sowie unseres Konsumverhaltens bewältigen", ist Burtscher-Schaden optimistisch. Die EU-Bürgerinitiative soll diesen notwendigen Wandels nun anstoßen.

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