20. Dezember 2018 14:12

Politik

Irland veröffentlicht Pläne für Brexit ohne Abkommen

Nach London und Brüssel hat nun auch Irlands Regierung Notfallpläne für einen Brexit ohne Abkommen vorgelegt. In dem rund 130 Seiten starken Dokument, das am Mittwochabend veröffentlicht wurde, werden 19 Bereiche identifiziert, in denen die irischen Behörden Handlungsbedarf sehen. Dazu gehören beispielsweise Handel, Luftverkehr und Medikamentenversorgung.

Ein ungeordneter EU-Austritt Großbritanniens hätte "schwerwiegende makroökonomische, Handels- und branchenspezifische Auswirkungen", heißt es in dem Dokument. Pläne für die Einführung von Grenzkontrollen zwischen Irland und dem britischen Nordirland gibt es dem irischen Außenminister Simon Coveney zufolge nicht. Die Regierung will aber im Notfall Grundstücke an den Häfen Dublin und Rosslare erwerben, um dort erweiterte Grenzkontrollen durchführen zu können.

Zudem trafen Island, Liechtenstein und Norwegen eine Vereinbarung mit Großbritannien, die bei einem britischen EU-Austritt die Rechte ihrer Bürger im jeweils anderen Land sichert. Das teilte das norwegische Außenministerium am Donnerstag mit. "Unser Ziel war es, dass ein Brexit für Norweger in Großbritannien und für Briten in Norwegen so wenig wie möglich ändert", sagte Außenministerin Ine Eriksen Soreide. Island, Liechtenstein und Norwegen sind mit der EU im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) eng verbunden.

Großbritannien wird die Europäische Union voraussichtlich am 29. März 2019 verlassen. Sollte bis dahin kein Abkommen über den Austritt in Kraft treten können, drohen Tausende Regelungen für den Handel und Verkehr zwischen Großbritannien und der EU über Nacht ungültig zu werden.

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