23. Dezember 2018 17:35

Politik

Italiens Premier Conte reiste nach Libyen

Der italienische Premier Giuseppe Conte hat bei einem Blitzbesuch in Libyen die beiden wichtigsten Gegenspieler des Bürgerkriegslandes getroffen. Der Besuch in der ehemaligen italienischen Kolonie am Sonntag war der erste seit Jahren, den ein Regierungschef aus Rom in das nordafrikanische Land unternahm - und das trotz verstärkter Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern in der Migrationskrise.

Dem Chef der international anerkannten sogenannten Einheitsregierung des Landes, Fayez al-Serraj, habe Conte in Tripolis erneut seine Unterstützung versichert, das Land zu stabilisieren und zu befrieden, berichteten italienische Medien. Nach Angaben der libyschen Regierung unterrichtete Serraj Conte außerdem von wirtschaftlichen und sicherheitsrelevanten Reformen seiner Regierung. Im Anschluss reiste Conte nach Ostlibyen weiter, um den dort herrschenden General Khalifa Haftar zu treffen. Gegenüber dem großen Gegenspieler der Regierung in Tripolis betonte Conte, dass eine politische Lösung der Königsweg für ein Ende des Bürgerkrieges sei.

Die Regierung in Rom hatte im November bereits eine Libyenkonferenz ausgerichtet, zu der auch Haftar und Serraj gekommen waren. Italien sieht sich besonders von dem Konflikt in dem zerrissenen Land betroffen. Über Libyen kamen in der Vergangenheit zahlreiche Migranten illegal nach Europa. Das ölreiche Land ist seit dem mit westlicher Hilfe erreichten Sturz des Langzeitmachthabers Muammar al-Gaddafi 2011 nicht zur Ruhe gekommen. Mehrere Regierungen und zahlreiche Milizen konkurrieren um die Macht.

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