11. März 2020 11:51

Politik

Junger Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen

Ein 15-Jähriger ist nach palästinensischen Angaben bei Konfrontationen mit israelischen Soldaten im besetzten Westjordanland erschossen worden. Bei dem Vorfall südlich von Nablus sei der Palästinenser von einer Kugel in den Kopf getroffen worden, er sei seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen, teilte das Gesundheitsministerium in Ramallah am Mittwoch mit.

Zwei weitere Palästinenser seien zudem schwer verletzt worden. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, man prüfe die Berichte.

Nach Angaben von palästinensischen Anwohnern hatten israelische Siedler in der Nacht auf Mittwoch versucht, einen Berg zu besetzen, den sie als heilig für Juden bezeichnen würden. Der Berg gehöre zu der palästinensischen Stadt Beita al-Tahta. Die Siedler seien von israelischen Soldaten beschützt worden. Es sei zu Zusammenstößen mit palästinensischen Anwohnern gekommen.

Die Siedlungspolitik Israels ist hoch umstritten. Der UN-Sicherheitsrat hatte Israel Ende 2016 zu einem vollständigen Siedlungsstopp in den besetzten Palästinensergebieten einschließlich Ost-Jerusalems aufgefordert. Siedlungen wurden in der UN-Resolution 2334 als Verstoß gegen internationales Recht und als großes Hindernis für Frieden in Nahost bezeichnet.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekriegs unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 jüdische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen das Gebiet als Teil eines unabhängigen Staates.

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