23. Januar 2020 11:22

Chronik

Kärntner Polizei klärt Serie von spektakulären Einbrüchen

Die Polizei hat eine Serie von spektakulären Einbrüchen in Kärnten und der Steiermark geklärt. Wie das Landeskriminalamt Kärnten am Donnerstag mitteilte, wurden drei Rumänen festgenommen. Sie sollen gemeinsam mit drei noch flüchtigen Komplizen für 20 Coups verantwortlich sein. Dabei durchbrachen die handwerklich versierten Täter Ziegelwände und hatten auch zwei Bankomaten im Visier.

Bei den Einbrüchen machten die Bandenmitglieder Beute im Wert von 115.000 Euro, der Sachschaden beträgt rund 450.000 Euro. Die Serie hatte im März 2019 begonnen und bis 21. Juli 2019 gedauert - dann war zumindest für drei der Täter Schluss, sie wurden kurz nach einem Einbruch in einen Lebensmittelmarkt in Ebenthal bei Klagenfurt festgenommen. Für die Kriminalisten begannen dann aufwendige Ermittlungen, sagte der Leiter des Landeskriminalamtes, Gottlieb Türk, auf APA-Anfrage: "Spuren von verschiedenen Tatorten wurden abgeglichen und Zeugenaussagen eingeholt. Die Ermittlungen führten auch in die Steiermark und ins Ausland."

Besonders die Vorgehensweise der Bande war auffällig. In einigen Fällen wurden nämlich die Außenmauern von Geschäften durchbrochen, in anderen Fällen gelangten die Täter durch eine aufgebrochene Tür oder ein Fenster ins Gebäude und durchbrachen dann Innenwände, um zur Rückseite von Tresoren zu kommen. Eine "nicht alltägliche Methode", wie Türk anmerkte: "In einem Fall wurde sogar eine 40 Zentimeter dicke Ziegelmauer durchbrochen." Die Täter schlugen meist an Wochenenden in der Nacht zu, ausgewählt wurden solche Tatorte, an denen sie ungestört arbeiten konnten.

Zwei Mal, am 14. Juni 2019 im Bezirk Murtal und am 26. Juni 2019 im Bezirk Spittal an der Drau, hatten die Täter Bankomaten im Visier. In beiden Fällen rammten sie mit zuvor gestohlenen Radladern die Außenfassade der Bankgebäude, um die Bankomaten aus der Verankerung zu reißen. Während in der Steiermark die Tat gleich misslang, schafften es die Männer in Kärnten, mit dem Bankomat zu flüchten. Erst als sie das Gerät in einem zehn Kilometer vom Tatort entfernten Wald aufbrechen wollten, wurden sie gestört und flüchteten ohne Beute.

Die Männer wohnten laut Polizei in Klagenfurt, teilweise reisten sie für die Taten aus dem Ausland an. Die meisten von ihnen sind in anderen europäischen Ländern wegen Eigentumsdelikten vorgemerkt. Nach den drei noch flüchtigen Rumänen wird gefahndet.

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