13. November 2019 10:39

Politik

Katalanische Proteste wollen nicht enden

Hunderte katalanische Unabhängigkeitsbefürworter blockieren seit Dienstagabend die Autobahn AP-7 nahe der Stadt Girona im Nordosten Spaniens. Die Demonstranten bauten Barrikaden auf und besetzten die Fahrbahnen. In der Früh kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die versuchte, die Blockade zu beenden.

Etwa 500 Auto- und Lkw-Fahrer hätten die Nacht in ihren Fahrzeugen verbringen müssen, berichtete das spanische Fernsehen am Mittwoch. Der Zivilschutz habe sie mit Lebensmitteln und Decken versorgt.

Bereits seit Montag haben Aktivisten für Behinderungen auf der wichtigen Verkehrsader gesorgt. Zuvor war vor allem die Grenze zu Frankreich am Übergangspunkt zwischen La Jonquera und Le Perthus betroffen gewesen. Seit Dienstagabend verlagerte sich der Protest mehr nach Süden in die Nähe der katalanischen Gemeinde Sant Gregori. Zu den Blockaden hatte die Plattform "Demokratischer Tsunami" aufgerufen, die bereits zuvor in anderen Teilen der abtrünnigen Region Aktionen organisiert hatte.

Seit das Oberste Gericht in Madrid vor einem Monat neun Separatistenführer zu langen Haftstrafen von bis zu 13 Jahren verurteilt hatte, wird die Region von teils gewalttätigen Protesten erschüttert. Bei dem Prozess ging es um die Rolle der Angeklagten bei dem gerichtlich verbotenen Unabhängigkeitsreferendum vom Oktober 2017.

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