29. Januar 2020 10:35

Sport

Kombi-Coach Eugen will in Seefeld Riiber unter Druck setzen

Die Favoritenrolle vor dem am Freitag startenden 7. "Triple" der Nordischen Kombinierer in Seefeld ist klar vergeben. Der Norweger Jarl Magnus Riiber dominiert die Weltcup-Saison fast nach Belieben und hat acht der bisherigen zehn Bewerbe gewonnen. Franz-Josef Rehrl, der Vorjahres-Dritte, trägt die Hoffnungen auf einen ÖSV-Spitzenplatz.

Die Leichtigkeit, mit der Riiber zu seinen Erfolgen springt und läuft, verblüfft. Auf der Schanze stets unter den ersten drei, spielt der 22-Jährige auch in der Loipe seine Klasse aus. Nur zweimal wurde er in diesem Winter bezwungen, stets vom Deutschen Vinzenz Geiger. Dass ihm die Anlagen in Seefeld gefallen, hat der Weltcup-Gesamtsieger 2019 mit den Weltmeistertiteln im Einzel und mit dem Team bewiesen. 2018 war Riiber dort Gesamt-Zweiter des "Nordic Combined Triple".

Rehrl befindet sich jedoch laut ÖSV-Cheftrainer Christoph Eugen auf einem guten Weg, Riiber verstärkt zu fordern. Der Ramsauer, der bei seinem Heimspiel im Weltcup noch von den Nachwehen einer Erkältung gebremst worden war, hat zuletzt in Oberstdorf als Dritter den ersten Einzel-Podestplatz der Saison erreicht. "Man muss im Springen bei Riiber dabei sein und versuchen, ihn in der Loipe zu attackieren", glaubt Eugen ein Rezept gegen die Überlegenheit des Dominators zu kennen. Der Norsker habe sich bisher nie voll verausgaben müssen.

"Man muss ihn beim Laufen an seine Grenzen bringen. Aber er ist auch in der Loipe gut und hat ein starkes Finish", sagte Eugen. Riiber profitiert überdies von der Klasse seiner Teamkollegen. Jens Luraas Oftebro und Espen Björnstad sind gemeinsam mit ihm die besten Springer im Feld, in der Loipe gibt Jörgen Graabak mit das Tempo vor.

Im ÖSV-Team wird Mario Seidl schmerzlich vermisst. Der Salzburger, der im Vorjahr das in Chaux-Neuve ausgetragene "Triple" gewonnen hatte, verpasst wegen eines Kreuzbandrisses die gesamte Saison. "Franz-Josef ist nun im Springen alleine voran, früher hat er sich mit Mario raufgeschaukelt", sagte Eugen.

Doch Rehrl kam rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt immer besser in Fahrt und gilt als einer der ersten Jäger Riibers. "Er merkt, dass es nun auch auf der Schanze funktioniert, ist läuferisch in guter Form. Er war in Oberstdorf schon richtig stark, er hat's drauf", erklärte Eugen, der auch auf den pausierenden Routinier Bernhard Gruber verzichten muss.

Im Triple sei ein guter Auftakt enorm wichtig, betonte Eugen. In dem 2013/14 initiierten Bewerb werden die Rückstände nach den einzelnen Tagen mitgenommen. Der Gewinner nach einem Sprung und dem 5-km-Langlauf am Freitag startet tags darauf mit einem Bonus in den Sprung und den 10-km-Lauf. Am Sonntag wird in einem Sprung und dem 15-km-Langlauf der Gesamtsieger ermittelt. Eugen weiß um die besondere Herausforderung. "Man muss ab dem ersten Tag voll vorne dabei sein, darf nicht viel taktisch laufen und muss um jeden Punkt und jede Zeit kämpfen."

Der Deutsche Erik Frenzel gilt als "König von Seefeld". Er hat die ersten vier Auflagen des Triple gewonnen und insgesamt zehn Tagessiege gefeiert. Der Großschanzen-Weltmeister 2019 ist aber ebenso wie Johannes Rydzek und der Japaner Akito Watabe (Sieger 2018) noch ohne Saison-Podestplatz.

Eugen ist in der Saison ohne WM und Winterspiele mit der Entwicklung seines Teams zufrieden. Routinier Lukas Klapfer kommt immer besser in Schuss, die kleinere Schanze in Seefeld (HS 97 m) kommt dem Steirer laut Eugen entgegen. "Und Martin Fritz und Lukas Greiderer sind sehr stabil, sie waren öfter in den Top Ten als im Vorjahr", erklärte der Coach und hob auch die Leistungen von Thomas Jöbstl in dessen erster voller Weltcup-Saison hervor.

"Es ist ein perfektes Zwischenjahr, in dem sie ihre Leistungen stabilisieren können", erläuterte Eugen. Denn danach folgen wieder drei Saisonen mit jeweils einem Großereignis - 2021 zunächst die WM in Oberstdorf.

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