17. Oktober 2019 08:06

Politik

Kritik an Neugründung der rechtsextremen Zeitschrift "Aula"

Die Neugründung der im Juni 2018 eingestellten rechtsextremen Zeitschrift "Aula" hat am Donnerstag für Kritik gesorgt. Laut SOS-Mitmensch Sprecher Alexander Pollak tritt die "Neue Aula" in ähnlicher Besetzung wie das im Vorjahr eingestellte Magazin auf. "Die Blattausrichtung hin zum radikal rechtsextremen Spektrum ist sehr ähnlich", so Pollak gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal".

Als Herausgeber fungiere der frühere "Aula"-Schriftleiter, der Grazer FPÖ-Politiker Martin Pfeiffer. Medieninhaber ist laut Pollak der oberösterreichische FPÖ-Politiker Albert Engelmann. Zu den Autoren der "Neuen Aula" zähle unter anderem Fred Duswald, der etwa KZ-Überlebende als "Massenmörder" und "Landplage" bezeichnet habe.

Engelmann, der auf der Homepage der Zeitschrift als Eigentümer ausgewiesen ist, erklärt dort, dass die "Neue Aula" keine Staats- und Parteisubventionen erhalte und sich "ausschließlich" durch ihre Leser finanziere. Das erste Heft habe Dank "großer Spendenbereitschaft im Dritten Lager" bereits Anfang Oktober erscheinen können. "Initialzündung" für die Gründung sei der "Ibiza-Skandal" gewesen, der zum Zerbrechen der "rechtsbürgerlichen Regierung" führte, so Engelmann.

Pollak bemängelte, dass sich die "Neue Aula" in altem Gewand präsentiere. Etwa würden die rechtsextremen "Identitären" verteidigt, der Überfall Deutschlands auf Polen im Jahr 1939 als Auslöser des Zweiten Weltkriegs in Zweifel gezogen, der rassistisch konnotierte "Mischkulturen"-Sager eines FPÖ-Politikers als "populär" dargestellt sowie das heutige "Merkel-Deutschland" in seiner "Unmenschlichkeit" auf eine Stufe mit dem NS-Regime gesetzt.

Daher verlangte Pollak Konsequenzen für die FPÖ-Betreiber. Parteichef Norbert Hofer müsse zu seiner Ankündigung stehen, wonach allen FPÖ-Mitgliedern, die in der "Aula" schreiben, der Ausschluss drohe. Hofers Sprecher war für die APA vorerst nicht erreichbar, gegenüber Ö1 hieß es aber, dass man die Zeitung nicht kenne und nichts damit zu tun habe. Engelmann wiederum sagte dem "Morgenjournal", dass er sofort austreten würde, sollte die FPÖ das verlangen, um der Partei nicht zu schaden.

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