6. Januar 2020 05:00

Kultur

Kulturköpfe 2020: Valentin Schwarz am Grünen Hügel

Es war eine der vielleicht überraschendsten Personalentscheidungen im Kulturbereich 2019: Der österreichische Jungregisseur Valentin Schwarz wird heuer gemeinsam mit seinem Stammbühnenbildner, dem aus Mailand stammenden Andrea Cozzi, Wagners sechzehnstündiges Monumentalwerk "Der Ring des Nibelungen" für die Bayreuther Festspiele inszenieren.

Einen gewissen Konnex zur Wagner-Stadt hatte Schwarz auch schon zuvor, war er doch Teilnehmer am Stipendiatenprogramm der Richard-Wagner-Stipendiumstiftung Bayreuth. Vor allem aber habe sie seine Inszenierung von Mauricio Kagels "Mare Nostrum" in Köln überzeugt, begründete bei der Bekanntgabe Mitte 2019 Festspielchefin Katharina Wagner ihre unkonventionelle Wahl des 1989 geborenen Theatermachers.

Dieser macht damit einen gigantischen Sprung in die Oberliga der Musiktheaterregisseure. Dieser war allerdings seit 2017 durchaus absehbar - wenn vielleicht auch nicht so schnell. Schließlich hatte Schwarz damals gemeinsam mit seinem langjährigen Bühnenbildpartner Andrea Cozzi den Grazer Ring Award gewonnen, wobei das Duo nicht nur mit dem Hauptpreis, sondern auch mit vier Sonderpreisen für seine "Don Pasquale"-Deutung bedacht wurde. Und in der Theaterszene gilt der Ring Award als verlässliches Karrieresprungbrett.

Zuvor hatte Schwarz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien studiert und als Assistent von Größen wie Jossi Wieler, Armin Petras oder Kirill Serebrennikov gearbeitet. Eigene Inszenierungen waren etwa Verdis "Un ballo in maschera" oder im vergangenen August Puccinis "Turandot" am Staatstheater Darmstadt oder Bartoks "Herzog Blaubarts Burg" und Bizets "Carmen" in Weimar. Dem Wiener Publikum stellte sich der Nachwuchsregisseur 2018 mit seiner Interpretation von Mozarts "Cosi fan tutte" an der Kammeroper vor.

Vor der Herkulesaufgabe des "Ring" steht Cozzi und Schwarz nun am 28. Februar mit Jacques Offenbachs "Die Banditen" an der Staatsoperette Dresden noch etwas leichtere Kost ins Haus. Und dann nimmt das Duo voll und ganz den Grünen Hügel in den Fokus, wo am 27. Juli mit "Das Rheingold" der Auftakt zur "Ring"-Tetralogie gefeiert wird.

Schwarz ist dabei nicht der einzige österreichische Proponent bei den Wagner-Festspielen. Auch im Sängerensemble gibt es Landsleute zu hören, wenn unter anderen Günther Groissböck als Wotan sein Debüt geben wird.

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