30. Oktober 2019 10:27

Kultur

Kunstschätze von Pleiteunternehmer Tanzi versteigert

Die Kunstsammlung des verurteilten Firmengründers des italienischen Lebensmittelkonzerns Parmalat, Calisto Tanzi, ist am Dienstagabend bei einer Auktion in Mailand für insgesamt 12,5 Millionen Euro verkauft worden. 2,1 Millionen Euro wurde für ein Werk von Pablo Picasso gezahlt, das teuerste unter den 54 Gemälden, die vom Florentiner Auktionshaus Pandolfini in Mailand angeboten wurden.

Ein unbekannter Sammler sicherte sich Picassos "Nature morte au citron, a l'orange et au verre", ein Ölgemälde aus dem Jahr 1944, das zu einem Startpreis von 800.000 Euro angeboten wurde. Zwei Gemälde Van Goghs wurden für insgesamt 1,3 Millionen Euro verkauft. An der Auktion beteiligte sich auch das Van Gogh Museum in Amsterdam.

Über tausend Sammler hatten sich für die Auktion angemeldet. Werke von Monet, Degas, Renoir, Ligabue und Chagall wurden unter anderem angeboten. "Wiedergefundene Schätze" hatte Pandolfini die Versteigerung betitelt, zu der ein umfangreicher Katalog erschienen ist.

Die Einnahmen durch die Versteigerung sollen der Entschädigung der unzähligen Parmalat-Gläubiger dienen. Der Ex-Parmalat-Chef Tanzi, der wegen des betrügerischen Bankrotts seines börsennotierten Unternehmens 2014 letztinstanzlich zu 14 Jahren Haft verurteilt worden war, hatte mit seinen Mitarbeitern über Jahre Bilanzen gefälscht. Als das Unternehmen 2003 in die Insolvenz ging, blieben 14 Milliarden Schulden und 32.000 geschädigte Investoren und Kleinanleger zurück. Der Fall gilt als einer der größten Betrugsskandale der europäischen Unternehmensgeschichte. 2011 wurde Parmalat vom französischen Milchkonzern Lactalis erworben.

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