4. November 2019 05:22

Sport

LASK-Werkl läuft wie geschmiert, Austria taumelt weiter

32 Punkte aus 13 Spielen, zum siebenten Mal ohne Gegentor, weiter nur drei Punkte hinter Leader Salzburg - für den LASK läuft es in der Fußball-Bundesliga nach Plan. Der 2:0-Heimsieg über die Wiener Austria war am Sonntag zudem die gelungene Generalprobe für das wichtige Europa-League-Heimspiel gegen PSV Eindhoven am kommenden Donnerstag. Die Austria hingegen ist weiter in der Krise.

Dabei brauchte es in Pasching gar keine Galavorstellung des LASK, um den Gästen die siebente Saisonniederlage zuzufügen. "Wir haben gar nicht so ein besonderes Spiel abgeliefert, können das phasenweise besser machen. Es ist aber auch wichtig, solche Spiele zu gewinnen", erklärte etwa Verteidiger Petar Filipovic, der in der 64. Minute mit einem sehenswerten Solo den Endstand gegen seinen Ex-Club und den fünften Ligasieg in Folge fixierte. "Er hat sich für die Leistungen belohnt, seitdem er hier ist", lobte Trainer Valerien Ismael den Deutsch-Kroaten, der seit Anfang September beim LASK kickt. "Man hat das Gefühl, dass er schon seit zehn Jahren bei uns ist."

Auch ein anderer Ex-Austrianer, Mittelfeldmann James Holland, hielt sich mit überschäumender Begeisterung zurück. "Es war in der ersten Hälfte nicht so souverän von uns, wir haben das in der zweiten Hälfte korrigiert", sagte der Australier und stellte im Hinblick auf das Duell mit PSV fest: "Wir müssen am Donnerstag noch besser spielen." Ismael pflichtete dem Routinier bei. "Nach dem 1:0 waren ein paar Abspielfehler, da hätte das Spiel eng werden können. Wir haben das in der Pause korrigiert, und in der zweiten Hälfte war alles rund", gab der Franzose zu Protokoll.

Ideal war jedenfalls der Start des LASK, der durch Reinhold Ranftl in der siebenten Minute in Führung ging - wie auch beim zweiten Treffer unter tatkräftiger Mithilfe der violetten Defensive. "Es ist das passiert, was wir vermeiden wollten: Ein schnelles Tor", ächzte Austrias Außenverteidiger Florian Klein. Der gebürtige Linzer wollte eine Woche nach der 2:3-Heimwatschen gegen Aufsteiger WSG Tirol und angesichts eines Acht-Punkte-Rückstands auf die obere Tabellenhälfte aber nicht nur schwarzmalen: "Wir sind nach 20 Minuten besser reingekommen, haben dann auch spielerische Lösungen gefunden, aber auch immer wieder den Faden verloren. Wir haben es besser gemacht als in den vergangenen Spielen."

Die Fans dürfte diese Feststellung kaum beruhigen. "Kraetschmer raus" affichierte der Anhang im Auswärtssektor der Raiffeisen-Arena im Hinblick auf den Vorstandsvorsitzenden Markus Kraetschmer. "Der Unmut der Fans gibt es jetzt schon länger", befand Klein. "Jede Woche ist jemand anderer schuld, der raus muss. Es bringt aber auch nichts, wenn wir gegen die Fans reden. Wir müssen gemeinsam da herauskommen", forderte der ehemalige ÖFB-Teamspieler. Ähnlich Trainer Christian Ilzer, dessen im Sommer gestartete Mission sich immer mehr zum Albtraum auswächst. "Wichtig ist, dass wir im Verein wieder aufstehen und nach Lösungen suchen. Es ist eine Situation, in der wir alle drinstecken. Das tut dem Verein nicht gut, wenn wir uns auseinanderdefinieren", erklärte der Steirer.

Sportlich sei er als Cheftrainer jedenfalls "in der Verantwortung" und müsse "den Kopf hinhalten. Ich muss aber auch der erste sein, um die Mannschaft wieder aufzurichten. Ich werde immer die Schuld bei mir suchen", sagte Ilzer. Austrias Sportdirektor Peter Stöger stärkte dem 42-Jährigen einmal mehr den Rücken. "Der Trainer steht nicht zur Diskussion", sagte er gegenüber "Sky". "Wir müssen schauen, wie wir unser Spiel entwickeln können. Du gewinnst nichts, wenn du dich daran orientierst, was die anderen machen. Wenn man Mittelmaß ist, muss man schauen, dass man alles abruft." Nächste Gelegenheit es besser zu machen, ist das Heimspiel gegen Nachzügler Mattersburg am Sonntag.

Passend zur aktuellen sportlichen Verfassung flog im Finish ein pyrotechnischer Gegenstand aus dem Auswärtssektor auf das Feld und führte in der 82. Minute wegen der heftigen Rauchentwicklung zu einer zehnminütigen Unterbrechung. LASK-Goalie Alexander Schlager gab sich abgeklärt. "Ich habe mir gar nichts gedacht, hätte gerne weitergespielt. Umso mehr man Leuten, die im Stadion nichts verloren haben, Beachtung schenkt, umso höher wird das aufgebauscht", meinte er lapidar. Stöger wiederum kündigte klare Verhältnisse an. "Das geht gar nicht. Wir können uns nur entschuldigen und müssen die Leute ausfindig machen", erklärte die Clublegende.

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