20. März 2020 21:12

Politik

Laut Vatikan keine Verschiebung von Ostern wegen Corona

Trotz der weltweiten Corona-Krise hält der Vatikan am Osterfest zum vorgesehenen Datum am 12. April fest. Das entschied die zuständige Gottesdienstkongregation in einem am Freitag erlassenen Dekret. Zur Begründung hieß es, Ostern bilde das Herz des liturgischen Jahres und könne nicht verschoben werden. Papst Franziskus wird aber auf die traditionelle Fußwaschung am Gründonnerstag verzichten.

Prozessionen in der Karwoche könnten zudem auf andere Tage verschoben werden, heißt es in dem Dekret. Das Ritual der Fußwaschung am Gründonnerstag beruht auf der Überlieferung, wonach Jesus beim letzten Abendmahl vor seiner Kreuzigung seinen Aposteln die Füße wusch. In den vergangenen Jahren hatte der Papst den traditionellen Ritus an Häftlingen, behinderten Menschen sowie Flüchtlingen vollzogen.

Die Osterfeierlichkeiten des Papstes finden heuer wegen der Coronavirus-Krise ohne Besucher statt. Die Präfektur des Päpstlichen Hauses hatte vergangene Woche auf ihrer Internetseite angekündigt, wegen der internationalen Krise erfolgten sämtliche Liturgien der Kar- und Ostertage vom 5. bis 12. April "ohne die physische Präsenz von Gläubigen". Für diesen Fall schlug der Vatikan vor, die betreffenden Gemeinden über die Gottesdienstzeiten zu informieren und Materialien bereitzustellen, damit die Gläubigen die Feiern von zu Hause aus im Gebet begleiten könnten.

Das Dekret verweist dazu auch auf die Möglichkeit der Live-Übertragung von Gottesdiensten via TV und Internet. Ausdrucksformen der Volksfrömmigkeit und Straßen-Prozessionen könnten auf einen späteren Termin verschoben werden, beispielsweise den 14. September (Fest der Kreuzerhöhung) oder 15. September (Gedächtnis der Schmerzen Mariens).

Papst Franziskus selbst sieht die Coronavirus-Pandemie als Bewährungsprobe der gesamten Menschheit und als Herausforderung für den Glauben. Das sagte er laut Kathpress in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Mit Buße, Mitleid und Hoffnung", antwortete der Heilige Vater auf die Frage, wie man Ostern in der Corona-Krise begehen könne. "Und demütig", ergänzte er.

Zwischen gläubigen und nicht-gläubigen Menschen will der Heilige Vater in Sachen Krisenbewältigen nicht unterscheiden: "Wir sind alle menschlich, und als Menschen sitzen wir alle im selben Boot. (...) Wir dürfen nicht zwischen Gläubigen und Nicht-Glaubenden unterscheiden. Gehen wir an die Wurzel: die Menschlichkeit. Vor Gott sind wir alle Kinder."

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