28. November 2018 09:23

Chronik

Linz bekommt ab Dezember eine Waffenverbotszone

Der als Kriminalitäts-Hotspot bekannte Hinsenkampplatz in Linz wird ab Dezember eine Waffenverbotszone. Polizeisprecher David Furtner hat am Dienstag entsprechende Medienberichte bestätigt. Die drei bereits bestehenden Schutzzonen in der Stadt - neben dem Hinsenkampplatz noch der Hessenpark und ein Areal an der Kremplstraße - werden verlängert, sagte er im APA-Gespräch.

Schuss-, Hieb- sowie Stichwaffen und sogar Taschenmesser sind in der künftigen Waffenverbotszone nicht gestattet. Ausnahmen gibt es für Einsatzkräfte und Personen mit waffenrechtlicher Bewilligung. Bei Zuwiderhandeln drohen Verwaltungsstrafen von bis zu 500 Euro und man werde hier sicher "im oberen Bereich ansetzen", betonte Furtner. Zudem kann die Polizei Betretungsverbote aussprechen, ein Verstoß dagegen zieht wieder eine Geldstrafe nach sich. Schilder weisen auf die Waffenverbotszone hin, die Maßnahme wird vorerst auf drei Monate befristet erlassen und kann dann von der Polizei immer wieder verlängert werden.

"Es hat keinen politischen Auftrag gegeben", erläuterte Furtner. Das Verbot werde von der Polizei erlassen und sei von dieser bereits seit Wochen geprüft worden, sagte er vor dem Hintergrund der am Montag laut gewordenen Forderungen nach Waffenverbotszonen aus den Reihen von freiheitlichen Stadt- und Landespolitikern. Ein zuletzt von Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) in den Raum gestelltes Waffenverbot am Hauptbahnhof werde geprüft, so Furtner, derzeit sieht die Polizei dort aber offenbar keinen allzu dringlichen Bedarf.

Die Diskussion um Verbotszonen diverser Art schwelt in Linz seit Monaten. Im Juni waren drei Schutzzonen eingeführt worden, an denen die Polizei unbürokratisch Personen wegweisen und Betretungsverbote aussprechen kann. Auch wenn es daran immer wieder Kritik gab, weil die Klientel teilweise an andere Plätze abgewandert ist, ist die Polizei bei zwei von drei Zonen mit deren Wirkung zufrieden: Im Hessenpark, wo die Stadt zusätzlich ein Alkoholverbot erlassen hat, und in der Kremplstraße habe sich "das Blatt gewendet", meinte Furtner.

Am Hinsenkampplatz verzeichne man allerdings trotz 111 Wegweisungen seit Anfang Juni nach wie vor etliche Straftaten - von Drogendelikten über Drohungen, Diebstähle, Raube "bis zum Mord", so der Polizeisprecher. Denn im September ist auf einem Spielplatz in der Nähe ein 19-jähriger Afghane erstochen worden, tatverdächtig ist ein 16-jähriger Landsmann. Das Opfer soll einem Drogenring angehört haben, beide Männer werden von der Polizei der Szene um den Hinsenkampplatz zugerechnet.

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