1. Dezember 2018 05:43

Chronik

Mehr als 100 "Banditen" im Norden Nigerias getötet

Die nigerianische Polizei hat im Norden des Landes bei einer Aktion gegen kriminelle Banden nach eigenen Angaben mehr als 100 "Banditen" getötet. Die Sicherheitskräfte hätten "Angriffe aus dem Hinterhalt von bewaffneten Banditen zurückgeschlagen" und 104 von ihnen getötet, erklärte ein Polizeisprecher. Die Banden hätten die "Bevölkerung terrorisiert und unschuldige Menschen getötet", sagte er.

Mehr als 1.000 Polizisten seien bei der Aktion bereits Anfang November im Bundesstaat Zamfara an der Grenze zum Niger im Einsatz gewesen, hieß es. 85 Menschen wurden demnach wegen des Verdachts auf Menschenraub und Viehdiebstahl festgenommen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, es sei schwierig, den Erfolg solcher Aktionen in der abgelegenen Region zu beurteilen. "In vielen Fällen sind die Behauptungen der Sicherheitsbehörden recht entgegengesetzt zu der Situation vor Ort in Zamfara", sagte Nigerias Amnestysprecher Isa Sanusi.

In den vergangene beiden Jahren hat die Zahl der Entführungen in der Region ein nie da gewesenes Niveau erreicht. Ganze Dörfer wurden von ihren Bewohnern verlassen, aus Angst vor Überfällen und Kidnappings durch kriminelle Banden.

Doch die Entführungen sind nur eines von viele Sicherheitsproblemen, die Präsident Muhammadu Buhari unter Druck setzen. So steht er auch wegen der steigenden Zahl von Angriffen durch die Islamistenmiliz Boko Haram in der Kritik. Buhari will sich bei der Präsidentschaftswahl im Februar im Amt bestätigen lassen und ist deswegen bemüht, angesichts der zunehmenden Gewalt in seinem Land Stärke zu zeigen.

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