20. Dezember 2019 15:54

Politik

Mehr als 80 Tote in 24 Stunden bei Kämpfen in Nordsyrien

Im Norden Syriens sind nach Angaben von Aktivisten bei heftigen Gefechten mehr als 80 Kämpfer getötet worden. 42 Jihadisten und neun Rebellenkämpfer auf der einen Seite sowie 30 Regierungssoldaten auf der anderen Seite seien bei den Kämpfen in der letzten verbliebenen Rebellenhochburg Idlib binnen eines Tages getötet worden, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag mit.

Die Kämpfe hätten in der Nähe der Stadt Maaret al-Numan stattgefunden, die von Rebellen gehalten wird. Russische Kampfflugzeuge bombardierten die Gegend um die Städte Maaret al-Numan und Saraqeb. Zahlreiche Menschen flohen aus der Region vor den Kämpfen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit Sitz in Großbritannien bezieht ihre Informationen von Aktivisten vor Ort. Für Medien sind die Angaben meist kaum zu überprüfen.

Die Provinz Idlib sowie Teile der angrenzenden Provinzen Hama, Aleppo und Latakia werden von dem früheren Al-Kaida-Ableger HTS und anderen islamistischen Milizen kontrolliert. Syriens Machthaber Bashar al-Assad ist entschlossen, die Region wieder unter seine Kontrolle zu bringen. Auf Vermittlung der Türkei und Russlands wurde im September 2018 eine Waffenruhe vereinbart, doch begann die Regierung im April eine neue Offensive in Idlib.

Die Hilfsorganisation Save the Children warnte unterdessen, dass Überschwemmungen und sinkende Temperaturen in Nordsyrien zehntausende geflüchtete Kinder und Familien bedrohten. Mehr als 230.000 Kinder seien derzeit extremen Wetterbedingungen ausgesetzt, was ihre Gesundheit zusätzlich gefährde. Im Nordwesten Syriens seien durch Überschwemmungen insgesamt 500 Zelte in Flüchtlingslagern zerstört worden, zahlreiche weitere Zelte seien unbewohnbar.

© APA
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