23. Oktober 2019 11:16

Sport

Mercedes erwartet Probleme bei Motorsport-Fiesta in Mexiko

Lewis Hamilton könnte schon am Sonntagabend in Mexiko-Stadt seinen sechsten WM-Titel in der Formel 1 feiern. Der Mercedes-Star ist abhängig vom Abschneiden seines Teamkollegen Valtteri Bottas, auf den er im Ranking 64 Punkte Vorsprung hat. "Ich denke, Mexiko ist grundsätzlich unser schlechtestes Rennen im Jahr", geht der Brite aber selbst nicht von einer Entscheidung am Wochenende aus.

"Ich war nie einer, der ungeduldig ist", sagte Hamilton nach seinem dritten Platz in Suzuka. "Ich denke, wir werden uns noch ein paar Rennen einen Zweikampf liefern." Nur Japan-Sieger Bottas kann Hamilton rechnerisch noch die WM nehmen, realistisch ist das bei nur noch vier verbleibenden Events nicht. Holt der Titelverteidiger in Mexiko 14 Punkte mehr als der Finne, ist er schon wieder Weltmeister. Allerdings ist Hamilton das in dieser Saison erst einmal gelungen: In Ungarn gewann er, während Bottas nur Achter wurde.

Hamilton hatte 2017 und 2018 den Titel jeweils im Autodromo Hermanos Rodriguez fixiert. Der 34-Jährige rechnet für heuer jedoch mit großen Schwierigkeiten auf dem Kurs, der 2.280 Meter über dem Meeresspiegel liegt. "Uns ist bewusst, dass die vier ausstehenden Rennen nicht einfach werden, und wir erwarten, dass Mexiko für uns das schwierigste davon sein wird", formulierte auch Teamchef Toto Wolff bescheidene Erwartungen. Im Vorjahr belegte Hamilton hier den vierten Platz unmittelbar vor Bottas.

"Die Höhenlage der Strecke stellt uns vor einige ungewöhnliche Herausforderungen", erklärte der Wiener. "Die niedrige Luftdichte beeinträchtigt den Abtrieb, die Kühlung und die Motorleistung des Autos. Diese Kombination liegt unserem Fahrzeug nicht besonders gut, aber wir werden alles geben, um den Schaden zu begrenzen." Nach Mexiko folgen noch der USA-Grand-Prix in Austin, Brasilien und das Finale in Abu Dhabi.

Die dünne Luft und die zusätzlichen Kühlungselemente wirken sich gleich doppelt auf die Aerodynamik des Autos aus: sie führen zu weniger Abtrieb und einem geringeren Luftwiderstand. Deshalb werden auf den Geraden in Mexiko einige der höchsten Topspeeds der Saison gemessen. Die Autos erreichen im Windschatten Geschwindigkeiten von bis zu 370 km/h. "Es wird sehr schwierig, die Ferraris da zu schlagen", weiß Hamilton.

Mercedes hat sich beide WM-Titel bereits gesichert. "Als wir diese Reise gemeinsam begonnen haben, hätte es niemand für möglich gehalten, dass wir das erreichen würden. Wir haben gehofft, dass wir Rennen gewinnen würden und vielleicht die Weltmeisterschaft, um die Marke Mercedes gut zu repräsentieren. Aber sechs WM-Doubles in Folge zu gewinnen und einen Rekord zu brechen, der als unschlagbar galt, ist ein unheimlich schönes Gefühl."

Wolff und Mercedes freuen sich nichtsdestotrotz auf die "fantastischen mexikanischen Zuschauer, die ihre Liebe für den Rennsport zur Schau tragen. Das macht das Wochenende zu einem echten Motorsport-Fest." Die Strecke wurde bereits 1959 erbaut. Bei ihrer Rückkehr in den Rennkalender vor vier Jahren änderten die Architekten das Profil nur geringfügig. Nach einem schnellen Auftakt wird die Strecke ziemlich kurvig. Die Runde ist eine der kürzesten im aktuellen Rennkalender.

Die Besonderheit ist die Fahrt durch das Baseball-Stadion Foro Sol. In der Arena mit Hexenkessel-Atmosphäre werden auch die Sieger nach dem Rennen geehrt. "Der Kurs mit der einzigartigen Passage im Stadion ist wirklich interessant", sagte McLaren-Youngster Lando Norris. "Mit den enormen Zuschauermengen und dem ganzen Drumherum, das die Veranstalter organisieren, ist das Rennen ziemlich cool", meinte Red-Bull-Punktegarant Max Verstappen, der in den vergangenen beiden Jahren gewonnen hatte.

© APA