17. November 2019 13:11

Politik

Migrant in Kroatien durch Schuss schwer verletzt

In Kroatien ist ein illegal eingereister Migrant durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe schwer verletzt worden. Der Mann sei im Krankenhaus von Rijeka operiert worden, bestätigte der kroatische Innenminister Davor Bozinovic in der Nacht zum Sonntag nach einem Besuch des Krankenhauses. Der Verletzte gehörte einer Gruppe von 15 Migranten an, die irregulär aus Bosnien-Herzegowina gekommen seien.

Zur Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs könne er derzeit nichts sagen, fügte der Minister nach Angaben des Nachrichtenportals "index.hr" hinzu. Dies sei Gegenstand von staatsanwaltlichen Ermittlungen.

Die Polizisten hätten die Migranten in unwegsamem Gelände beim 1.100 Meter hohen Berg Tuhobic und unweit der slowenischen Grenze aufgehalten. Dabei sei es zum Gebrauch der Schusswaffe gekommen. Die anderen Migranten seien festgenommen worden.

Helfer und Aktivisten werfen der kroatischen Polizei immer wieder vor, dass sie Migranten und Flüchtlinge, die aus Bosnien kommen, brutal misshandeln und gewaltsam über die Grenze nach Bosnien zurückschieben würde. Von Schussverletzungen ist allerdings bisher nicht berichtet worden.

Kroatien bestritt in der Vergangenheit diese Vorwürfe stets. Seit der weitgehenden Schließung der Balkanroute, die von Griechenland über Mazedonien, Serbien und Ungarn nach Mitteleuropa führt, hat sich eine alternative Route über Bosnien, Kroatien und Slowenien etabliert.

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