29. Oktober 2019 09:57

Politik

Mindestens 17 Demonstranten bei Protesten im Irak getötet

Bei Protesten gegen die Regierung im Irak sind erneut mehrere Menschen getötet worden. Allein in der im Zentrum des Landes gelegenen Schiiten-Hochburg Kerbala starben in der Nacht auf Dienstag Sicherheitskreisen zufolge mindestens 14 Menschen. 865 Personen wurden verletzt. Im südlichen Nassiriya erlagen drei Demonstranten ihren Verletzungen.

Auf dem Bagdader Tahrir-Platz, der seit Donnerstag von Demonstranten besetzt wird, harrten die ganze Nacht über Hunderte junge Leute aus. Sie widersetzten sich damit einer nächtlichen Ausgangssperre, die das Militär am Montag verhängt hatte und die eigentlich von Mitternacht bis 06.00 Uhr Früh gelten sollte.

Viele Bewohner der Hauptstadt protestieren mit Hupkonzerten und lauter Musik gegen die Ausgangssperre, viele waren trotzdem mit dem Auto oder zu Fuß unterwegs.

Seit Ausbruch der Proteste Anfang Oktober sind mindestens 250 Menschen getötet worden. Der Zorn der Demonstranten richtet sich gegen die Regierung von Ministerpräsident Adel Abdul Mahdi und eine politische Elite, der sie Korruption vorwerfen. Hinzu kommt die schlechte Wirtschaftslage. Ein Schwerpunkt der Demonstrationen ist Bagdad, wo die Sicherheitskräfte am Montag nach vier aufeinanderfolgenden Protesttagen hart gegen Studenten und Schüler vorgegangen waren. Wenig später wurde in der Hauptstadt eine Ausgangssperre angeordnet.

© APA