13. November 2019 18:04

Politik

Mindestens zwölf Tote durch Autobombe in Afghanistan

Die Zahl der Toten nach einem Autobombenanschlag in Kabul ist auf mindestens zwölf gestiegen. Mindestens 20 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Anschlag in der afghanischen Hauptstadt am Mittwoch verletzt, darunter vier ausländische Mitarbeiter einer kanadischen Sicherheitsfirma. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

Sowohl die radikalislamischen Taliban als auch die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) sind in Kabul aktiv. Ziel des Anschlags war nach Angaben des Innenministeriums ein Fahrzeug der privaten kanadischen Sicherheitsfirma GardaWorld. Bei allen Todesopfern handle es sich um afghanische Zivilisten, darunter drei Kinder.

Der Anschlag ereignete sich einen Tag, nachdem Afghanistans Präsident Ashraf Ghani die Bereitschaft zu einem Gefangenenaustausch mit den Taliban erklärt hatte. Mit Blick auf Verhandlungen über die Freilassung zweier von den Taliban entführter Ausländer hatte er angekündigt, drei hochrangige Taliban-Vertreter könnten "unter Bedingungen" aus dem Bagram-Gefängnis entlassen werden.

Ob oder wann im Gegenzug die beiden von den Taliban entführten Ausländer freigelassen würden, sagte Ghani nicht. Bei ihnen handelt es sich um Professoren der American University of Afghanistan in Kabul. Der US-Bürger Kevin King und der Australier Timothy Weeks waren im August 2016 im Zentrum Kabuls von bewaffneten Männern in Militäruniform entführt worden.

Taliban-Sprecher Sabihullah Mujahid sagte am Mittwoch, er könne noch keine Details zu dem Gefangenenaustausch nennen. "Wenn unsere Gefangenen ihr Ziel erreichen, werden die Professoren der American University freigelassen", sagte er.

Laut einem im Oktober veröffentlichten UNO-Bericht wurde zwischen Juli und September dieses Jahres eine "beispiellose" Zahl an Zivilisten in Afghanistan getötet oder verletzt. Demnach kamen in diesem Zeitraum mehr als 1.170 Menschen in dem Konflikt ums Leben, fast 3.140 wurden verletzt. Dies entspricht einem Anstieg von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die UNO machte vor allem Nicht-Regierungsgruppen wie die Taliban für die Gewalt verantwortlich.

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