6. Januar 2020 13:42

Politik

Mögliche Annäherung bei Pensionsreform-Streit in Frankreich

Nach mehr als einmonatigen Protesten gegen die Pensionsreform in Frankreich zeichnet sich eine mögliche Annäherung ab. Präsident Emmanuel Macron hofft nach Angaben einer Regierungssprecherin vom Montag auf einen "raschen Kompromiss" mit den Gewerkschaften.

Die Regierung habe einen Vorschlag des größten Gewerkschaftsbundes CFDT mit Interesse zur Kenntnis genommen, sagte die Sprecherin vor neuen Verhandlungen ab Dienstag.

Die CFDT hat eine Konferenz zur Finanzierung des Pensionssystems vorgeschlagen. Sie will die geplante Erhöhung des Pensionsalters von 62 auf 64 Jahre nicht mittragen, ist aber offen für andere Wege. Andere Gewerkschaften - allen voran die zweitgrößte CGT - fordern dagegen einen vollständigen Rückzug der Reform.

"Niemals war ein Kompromiss so in Reichweite", sagte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire dem Sender France Inter. Für Dienstag hat Premierminister Edouard Philippe die Gewerkschaften und die Arbeitgeber zu neuen Gesprächen eingeladen.

Am Donnerstag und Samstag sind neue landesweite Kundgebungen gegen die Pensionsreform geplant. Die Regierung will sie am 22. Jänner im Kabinett verabschieden.

Die Streiks bei der Bahn und im Pariser Nahverkehr hielten den 33. Tag in Folge an. Für die Reisenden verbesserte sich die Lage aber: Im Schnitt verkehrten acht von zehn TGV-Schnellzügen sowie zwei von drei Regionalzügen. In Paris verkehrten erstmals seit Beginn der Protestwelle am 5. Dezember wieder die meisten Metrolinien, allerdings in einem deutlich reduzierten Takt.

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